20.02.2010 · Angesichts des Ärztemangels appelliert Gesundheitsminister Rösler an die Krankenhäuser, die Arbeitsbedingungen für Ärzte zu verbessern. Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, bezeichnet die vielen unbesetzten Stellen als Alarmsignal.
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat an die Krankenhäuser appelliert, die Arbeitsbedingungen für Ärzte zu verbessern. „Die Krankenhäuser haben es in der Hand, die Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten attraktiver zu machen. Ich setze hier auf die richtigen Anreize und die Kreativität der jeweiligen Krankenhausleitung. Sie muss für flexible und familienfreundliche Arbeitsbedingungen sorgen“, sagte Rösler der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Angesichts der Meldungen über zunehmenden Ärztemangel an Krankenhäusern sprach sich der FDP-Politiker für neue, attraktivere Arbeitsmodelle aus.
„Weil das Thema Feminisierung der medizinischen Berufe immer wichtiger wird, müssen wir Antworten finden, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Ärzten und Pflegenden verbessert werden kann“, sagte Rösler der F.A.S. Krankenhäuser, die sich heute schon um eine mitarbeiterfreundliche Arbeitsorganisation bemühten, hätten deutlich bessere Chancen, frei werdende Stellen zu besetzen.
Unbesetzte Stellen als deutliches Alarmsignal
Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, warnt vor den gravierenden Folgen des Ärztemangels für die medizinische Versorgung in Deutschland. Ein deutlicheres Alarmsignal als die unbesetzten Stellen in den Krankenhäusern könne es nicht geben, sagte Hoppe der F.A.S. Als eine der Ursachen für den Ärztemangel sieht Hoppe die „zum Teil unzumutbaren Arbeitsbedingungen“ für Ärzte.
Ein Fünftel der Medizinstudenten stiegen nach dem Studium nicht in die Weiterbildung im Krankenhaus ein, sondern entschieden sich für andere Berufsfelder oder wanderten ins Ausland ab. Auch Hoppe forderte, die Arbeitsbedingungen für Ärzte attraktiver zu machen. Dazu gehörten weniger Bürokratie, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, „aber auch eine leistungsgerechte Bezahlung ärztlicher Arbeit“. (Siehe auch: Bundesärztekammer-Präsident im Gespräch: „Wen wollen wir zuerst behandeln?“ )