http://www.faz.net/-gpf-8p2tn

Bevölkerung : Abwanderung aus Ostdeutschland auf Rekordtief

  • Aktualisiert am

Das Wohngebiet Lusan in Gera – immer weniger Menschen wandern aus den ostdeutschen Bundesländern in den Westen ab. Bild: dpa

Die neuen Bundesländer haben wirtschaftlich aufgeholt. Immer weniger Menschen wandern in die westdeutschen Bundesländer ab. Viele Landkreise verlieren trotzdem weiter an Bewohnern.

          Die Abwanderung aus den neuen Bundesländern in den Westen Deutschlands ist so niedrig wie nie. 2014 sei unter dem Strich nur noch eine Ost-West-Wanderung (ohne Berlin) von 3.300 Frauen und Männern zu verzeichnen gewesen. Das ist mit Abstand der geringste Wert seit der Wiedervereinigung, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ergeben hat, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Freitag vorliegt.

          „Der Osten hat sich stabilisiert“, sagte IW-Wirtschaftsforscher Wido Geis den Zeitungen. Der Strukturwandel sei vollzogen, die neuen Bundesländer hätten wirtschaftlich aufgeholt, der starke Abbau von Arbeitsplätzen aus den Nachwendejahren sei gestoppt. „Der Osten ist attraktiv geworden“, sagte Geis. Vor allem die Metropolregionen um Berlin, Leipzig und Dresden sind beliebt. Dorthin ziehen auch immer mehr Menschen aus dem Westen Deutschlands.

          Trotz des deutlichen Rückgangs der Ost-West-Wanderung sinken dem Bericht zufolge in vielen ländlichen Kreisen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sowie dem südlichen Brandenburg die Bevölkerungszahlen stark. Das betreffe allerdings auch einige Regionen im Westen, insbesondere im nördlichen Bayern. Die stärkste Abwanderung habe es im Jahr 2014 im Landkreis Fürth mit 4,2 Personen je 1.000 Einwohnern gegeben. An zweiter Stelle folgte der Erhebung zufolge der Elbe-Elster-Kreis in Brandenburg mit 3,7 und an dritter die Stadt Würzburg mit 3,4.

          Weitere Themen

          Merkel will illegale Einwanderung verhindern Video-Seite öffnen

          Bekämpfung von Fluchtursachen : Merkel will illegale Einwanderung verhindern

          Die Kanzlerin sagt aus Anlass des Besuches vom UN-Flüchtlingskommissar, sie wolle Flüchtlinge auf legalem Wege aufnehmen und illegale Einwanderung verhindern. Deutschland werde in dem laufenden Resettlement-Programm 10.000 Flüchtlinge aufnehmen, die vom UNHCR ausgewählt wurden.

          Die Angst vor dem großen UKW-Blackout

          Radio-Betrieb : Die Angst vor dem großen UKW-Blackout

          In Teilen von Sachsen könnten die Radios schon in dieser Woche stumm bleiben. Dahinter steckt ein handfester Streit zwischen den Hörfunkbetreibern. Jetzt soll die Bundesregierung eingreifen.

          Grönland vor Machtwechsel Video-Seite öffnen

          Debatte um Unabhängigkeit : Grönland vor Machtwechsel

          Seit 2009 ist das dänische Arktisgebiet weitgehend selbständig, doch Kopenhagen kontrolliert noch die Außen- und Verteidigungspolitik. Aaja Chemnitz Larsen möchte das ändern und könnte damit mit der politischen Tradition ihres Landes brechen.

          Topmeldungen

          Der moderne Krieg : Wir müssen vorbereitet sein

          Die Sicherheitslage verschlechtert sich, Bedrohungen richten sich immer mehr gegen die Zivilgesellschaft. Was die Skandinavier dagegen tun, würde wohl auch John Lennon gut finden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.