22.05.2009 · Beim Staatsakt zum 60-jährigen Bestehen der Bundesrepublik hat Bundespräsident Horst Köhler an die Bürger appelliert, trotz der Krise den Mut nicht zu verlieren. „Wir werden uns bewähren“, sagte Köhler. An der Einheit Deutschlands müsse weiter gearbeitet werden: „Sie ist nie fertig“.
Beim Staatsakt zum 60-jährigen Bestehen der Bundesrepublik hat Bundespräsident Horst Köhler das Erreichte gewürdigt und an die Bürger appelliert, trotz der Krise den Mut nicht zu verlieren. „Wir werden uns bewähren“, sagte Köhler am Freitag im Berliner Konzerthaus. Der Bundespräsident bezeichnete das Grundgesetz, das der Parlamentarische Rat am 23. Mai 1949 auf den Weg brachte, als „Leuchtfeuer der Freiheit“.
Die Bürger hätten das Grundgesetz mit Leben erfüllt und damit auch den Menschen in der DDR Hoffnung gegeben. Die friedliche Revolution von 1989 und den Mut der DDR-Bürgerrechtler würdigte Köhler mit besonderem Nachdruck. Er erinnerte auch an die Todesopfer des SED-Regimes. An der Einheit Deutschlands müsse weiter gearbeitet werden. „Sie ist nie fertig“, sagte Köhler. Den ehemaligen DDR-Bürgern sei eine großartige Aufbauleistung gelungen.
Der Bundespräsident zeigte Verständnis für die Verbitterung vieler Ostdeutscher über die hohe Arbeitslosigkeit. „Wir dürfen nicht hinnehmen, dass die Teilung unseres Landes in der Arbeitslosenstatistik fortbesteht“, betonte Köhler. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise sollte Köhler zufolge vor allem für zwei Chancen genutzt werden: für eine ökologische industrielle Revolution, bei der neue Energiequellen erschlossen und neue Produktionsweisen entwickelt werden, sowie eine größere Aufmerksamkeit für den „Wert und die Würde der Arbeit, die Menschen für Menschen leisten“.
Der Bundespräsident appellierte an Politik und Bürger, sich neue Ziele zu setzen, so wie es die Verfasser des Grundgesetzes in der Präambel auch getan hatten. Köhler warb für die Einheit zwischen den Generationen, zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen, Zuwanderern und Einheimischen sowie zwischen Arm und Reich. Gerechte Bildungschancen für alle, eine umweltgerechte Wirtschaft und eine verantwortungsvolle Europapolitik führte er darüber hinaus als Ziele an.
Zollitsch und Huber würdigen Verfassung
Am Morgen hatten die Feierlichkeiten zu 60 Jahren Bundesrepublik mit einem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom begonnen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, würdigte das Grundgesetz als Grundlage für das „Wachsen und Gedeihen unseres damals noch jungen Staates“. Auch heute noch bilde es das Fundament Deutschlands.
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, sagte das Zustandekommen des Grundgesetzes vor 60 Jahren sei „ein großes Wunder“ gewesen. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit dürften auch heute nicht zur Disposition stehen. Im Hinblick auf die Wiedervereinigung Deutschlands und das Zusammenwachsen der Europäischen Union mahnte Zollitsch in seiner Predigt Engagement für Versöhnung und Verständigung an. Mauern in den Köpfen und Herzen der Menschen müssten eingerissen und daraus „Brücken des Friedens“ gebaut werden, sagte der Erzbischof.
An dem festlichen Gottesdienst nahmen zahlreiche Politiker teil, darunter Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der Präsident des Verfassungsgerichtes, Hans-Jürgen Papier, sowie die Präsidenten von Bundestag und Bundesrat, Norbert Lammert (CDU) und der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU).
Zum 60.
engin arslan (engin-arslan)
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Ludger Klinkenbusch (Klinkenbusch)
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heinz peter (pitiplatsch)
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