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Papstbesuch Benedikt XVI. trifft Missbrauchsopfer

 ·  Papst Benedikt XVI. hat sich in Erfurt mit einer Gruppe von Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester getroffen. Der Papst habe „bewegt und erschüttert“ sein tiefes Mitgefühl und Bedauern bekundet. Heute reist er nach Freiburg.

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Papst Benedikt XVI. bricht am heutigen Samstag zur letzten Station seines viertägigen Deutschlandbesuchs auf. In Freiburg trifft sich der 84-Jährige unter anderem mit Ex-Kanzler Helmut Kohl (CDU), Vertretern der Orthodoxen Kirche in Deutschland und dem Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Am Abend ist auf dem Freiburger Messegelände eine Gebetsvigil mit Jugendlichen geplant. Dazu haben sich 28.000 Menschen angemeldet. Vor der Abreise in den Südwesten feiert Benedikt auf dem Erfurter Domplatz eine Heilige Messe vor Zehntausenden Gläubigen.

Gestern Abend hatte sich Benedikt in Erfurt mit Opfern sexueller Übergriffe durch Priester und kirchliche Mitarbeiter getroffen. Im Priesterseminar sprach er mit fünf Missbrauchsopfern aus verschiedenen Teilen Deutschlands, teilte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi mit. Anschließend traf er Menschen, die sich um Betroffene kümmern und ihnen helfen. Der Skandal um jahrzehntelangen Missbrauch von Kindern in kirchlichen und anderen Einrichtungen hatte im vergangenen Jahr an den Grundfesten der katholische Kirche gerüttelt.

Nach Angaben des Trierer Bischofs Stephan Ackermann fand die 30-minütige Begegnung in einer „sehr menschlichen und offenen Atmosphäre“ statt. Bei dem Gespräch mit den fünf Betroffenen sei „kein Blatt vor den Mund genommen“ worden, sagte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz am Samstag vor Journalisten in Erfurt.

Ackermann, der bei dem Treffen dabei war, sagte, dem Papst seien „Beschämung und Schmerz deutlich anzumerken gewesen“. Dem Vatikan zufolge bekundete Benedikt den drei Männern und zwei Frauen sein tiefes Mitgefühl und Bedauern für alles, was ihnen und ihren Familien angetan wurde. Zugleich habe der Papst versichert, dass den Verantwortlichen in der Kirche an der Aufarbeitung aller Missbrauchsdelikte gelegen sei und sie um wirksame Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen bemüht seien.

Die Opfer trafen Benedikt als Gruppe. Dabei kam es nicht zu Einzelgesprächen. Ähnliche Treffen hatte es auch bei vorangegangenen Auslandsreisen des Papstes gegeben. Die von der Bischofskonferenz ausgesuchten Opfer stammten den Angaben zufolge aus verschiedenen Regionen und reflektierten unterschiedliche Situationen aus Pfarreien und einem Kinderheim. Ackermann verteidigte die Geheimhaltung der Identität der Opfer mit Hinweis auf den Schutz ihrer Privatsphäre. Nur so sei die offene Gesprächsatmosphäre möglich gewesen, bei der die
Betroffenen ihre Situation und Teile ihrer Biografie offen geschildert hätten. Wenn sie es selbst wünschten, könnten die Opfer sich an die Öffentlichkeit wenden.

Der Skandal um jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch von Kindern in kirchlichen und anderen Einrichtungen erschütterte die katholische Kirche im vergangenen Jahr in ihren Grundfesten. In der Folge des Skandals traten zehntausende mehr Menschen aus der katholischen Kirche aus als in früheren Jahren. Die Bistümer haben danach die Prävention verstärkt und wollen Opfer mit bis zu 5000 Euro entschädigen. Vielen Betroffenen reicht das aber nicht aus.

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