Der Opposition war am Mittwoch nichts zu billig, um den Kelkheim-Heimkehrer zu Guttenberg im Bundestag vorzuführen. Der Linke-Abgeordnete Bartsch appellierte gar an Guttenbergs Ehre: Früher hätte der Adel gewusst, was er an einer solchen Stelle zu tun gehabt hätte.
Sich erschießen? Sollte die Linkspartei nicht länger von der klassenlosen Gesellschaft träumen, sondern von der Monarchie, in der alles so trefflich geregelt war?
Am Abend wurde Guttenberg Erlösung auf anderem Wege und von anderer Seite zuteil. Die Universität Bayreuth entzog ihm, wie gewünscht, den Doktorgrad, viel schneller, als erwartet. Sie habe nicht mehr prüfen müssen, „ob die ganze Arbeit ein Plagiat ist“. Mit dieser schnellen Entscheidung erwies die Hochschule ihrem ehemaligen Doktoranden einen besseren Dienst als er ihr.
Der Ruf der Universität, die eine Arbeit voller „gravierender Fehler“ und „Blödheiten“ (so nennt es Guttenberg) mit der Bestnote ausgezeichnet hatte, ist beschädigt. Ihm aber bleibt wenigstens eine wochenlange Hängepartie erspart, an deren Ende auch kein anderes Urteil hätte stehen können.
Hoffentlich kommt das so hin.
Peter Zentner (Caterwaul)
- 23.02.2011, 22:19 Uhr
Bayreuths Reputationsverlust
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 23.02.2011, 22:25 Uhr
Guttenberg können wir uns jetzt erst recht ersparen
Konstantin Schneider (bundesboy)
- 23.02.2011, 22:35 Uhr
Zu spät
Harald Dechant (H.Dechant)
- 23.02.2011, 22:40 Uhr
@ Peter Zentner
Dieter Weber (dieter.weber)
- 23.02.2011, 22:54 Uhr
