07.03.2011 · Harald Schmidt ist in Nürtingen aufgewachsen, deshalb versteht er die Schwaben. Vor der Landtagswahl am 27. März spricht er im F.A.Z.-Interview über den Glückspilz Günther Oettinger, den Pietismus der Gudrun Ensslin - und andere große und kleine Geheimnisse Baden-Württembergs.
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I als ehemals neigschmeckter sag: Recht hat er (meistens)
Der Mann hat 99%ig recht.
Was er beschreibt ist fast alles echt.
Ich könnt's nicht besser formulieren,
ohne mich dabei etwas zu genieren.
Nur beim Freizeitwert lag er ziemlich daneben.
Mehr freie Gewässer braucht's zum guten Leben.
Davon hat die Region Stuttgart einfach nicht genug,
darum taucht der Schwab' im Trockentauchanzug.
... ist eben ein "Klefferle". Eine Schwaben-Glosse in Form eines Interviews zu schreiben - nicht super neu aber auch nicht alltaeglich.
Schmidts Interview betrifft nicht Baden-Württemberg, sondern ausschließlich Württemberg, und eigentlich auch nur den schwäbischen Teil Württembergs.
"Bei uns daheim war ein fester Satz: Das können wir uns nicht leisten"
Harald Schmidt sagt, dass er von dem Thema Stuttgart 21 nicht allzu viel versteht. Andererseits,die Menschen in Baden-Württemberg (der erfolgreichste politische Merger in Deutschland) zeichnet Bescheidenheit und Understatement aus (da wären wir bei Klausewitz).
Beginnend mit dem Dialekt der eben nicht so weltoffen erscheint wie das bayrische(die Schwaben und die Franken wollen wir nicht vergessen).
Klotzen ist nicht deren Sache. Nicht die eines Carl Benz (es war Berta die PR Betrieb),auch nicht die eines Gottlieb Daimler,eines Robert Bosch und auch nicht die eines Arthur Fischer.
Leider ist es bei den meisten, häufig politisch nicht besonders interessierten Menschen noch nicht angekommen, dass die wahre schwäbische Lösung darin besteht:
-> einen 12km Tunnel zwischen Ulm und Geislingen zu bauen.
Mit ein paar Begradigungen der Reststrecke Ulm Stuttgart wird die Strecke Ulm Stuttgart voll Güterverkehrstauglich, für Ulmer ist mit dem Personenzug Stuttgart in 35 Minuten zu erreichen und mit der elektrifizierung der Südbahn können Güter und der ICE auch von Stuttgart nach Bregenz fahren.
Zu den Politikern, Mappus und Gönner, ein Erbsenzähler und eine Rechtsverdreherin sagt der Schwabe nur:Hättsch was gscheits glernt.->Ingenieur
... dann wird nix ausgebba was mr net hot! Weil d hausfrau do scho uffbasst.
Onds gselz stoht emmer no em regaal, weil koiner mer uff bsuach kommt, weil dr sprit ztuier isch.
Dr Harald isch oiner vo oos, weilr au schwätzt wias maul gwachsa isch.
Ond lerne kennet dr von de schwoba no oiniges, ihr reigschmeckte, au d gmüatlichkoit, bei kaffee ond kuacha. Wers net kabiert hot, isch ebbe koin schwob net.
adee
Schattenwirtschaft auf Schwäbisch
Aus des Esels Schatten ins helle Licht der Aufklärung zu führen: das versuchte der Schriftsteller und begnadete Satiriker Christoph Martin Wieland schon vor gut 200 Jahren und darf darum als geistiger Urahn Harald Schmidts gelten. Die ehemals freie Reichsstadt Biberach an der Riß erinnert mit dem Eselsdenkmal selbstironisch an ihren berühmtesten Sproß, der in seiner „Geschichte der Abderiten“ herrliche Schildbürger-Satiren erzählt. Obzwar in altgriechischen Gewändern daherkommend, lesen sich die Erzählungen mühelos als ewig gültige Gesellschaftsportraits. In der titelgebenden Geschichte entbrennt ein absurder Rechtsstreit um die Frage, ob der Schatten eines Mietesels bereits im Mietpreis enthalten ist oder ob der Vermieter eine Extragebühr darauf erheben darf. Übrigens: wenn wir heute Wielands Erzählungen im Internet „gemeinfrei“ lesen können, so wird der sparsame Schwabe davon mit besonderer Vorliebe Gebrauch machen.
Da würde doch das alberne Amt des Bundespräsidenten wirklich Spaß machen!
isch ja et so dass mir Schwoba koi Humor verstanda däda. Schad isch bloß, daß bei denne Demonschtranda an Haufa reigschmeckte rumhampled. Isch natirlich et schee wenn oim dr halbe Schloßgarta uffgraba wird - abr mit dohanda en Stuagard waret scho emmr für da Fortschritt, gell. Des send jetzt bloß a baar Griene Seggel, die do groß rombrülled om in da Landdag zkomma.
GH: Eine Pointe erschlägt bei dir die vorherige usf. Langweilig.
HS: Die Leute lachen aber über die nächste und sammeln die Leichen.
GH: Zu was bekennst du dich eigentlich?
HS: Denk dir was aus.
GH: Anecken ist dein Ding nicht.
HS: Kann ein Narr anecken?
GH: Was würde dir wehtun?
HS: Eigentlich nichts.
GH: Dann hast du also fertig?
HS: So ist es, junger Freund.
Harald ist gegenüber Bayern inkompetent, da nur Oberbayern mit
Württemberg vergleichend und darüber ein Bayern- BW- Vergleich mühsam konstruierend.
Daß etwa das lutherische Oberfranken oder Teile Mittelfrankens dieselbe ökonomische Struktur - mit den Industriedörfern u. Weltmarktführern in der Provinz - seit 130 Jahren hat, wie Württemberg, weiß er wohl aus Desinteresse nicht.
In Stuttgart ist die Bevölkerung an der Politik miserabal beteiligt, wie man an den Protesten sieht. In Bayern gibt es Volksentscheide, die unsinnige Projekte zerschmettern lassen. Dagegen ist BW absolutistisch regiert!
Württemberg ist zwar Geldsegen - reich, macht aber gar nichts aus seinem Geld.
Denn:
Die Ortschaften in Franken und in Bayern sind trotz zum Teil etwas weniger Einkommen als bei Stuttgart dennoch wesentlich ansehnlicher und hübscher, die Menschen sehen mental gesünder und lebensfroher aus als im Pietistischen.
Das kann ich beurteilen, weil jeweils dort Jahrzehnte gelebt und so gut vergleichen kann.
Danke, lieber Harald Schmidt, ..
für den hervorragenden Heimatkundeunterricht. Als gebürtiger Oberschwabe stamme ich aus dem allerschwärzesten Wahlkreis der ganzen Bundesrepublik (ob auch noch aktuell, weiß ich aber nicht). Er hat einen sehr hohen Katholikenanteil, eine sehr niedrige Arbeitslosenquote, und das eigene Häusle ist schon fast selbstverständlich. Wie Sie sehen, braucht’s die Pietisten dazu nicht. Auch in Oberschwaben wird d’Kantl (Kantel = Randstein) oder: s’Trottwar (Trottoir, franz. = Bürgersteig) jeden Samstag akribisch gekehrt, bei der Grabpflege achtet man darauf, daß man nicht etwa gegenüber der Nachbarschaft durch Nachlässigkeit unangenehm auffällt, und sonntags sind die Kirchen noch gut gefüllt (keineswegs nur mit alten Frauen). Die Kinder auch von besseren Leuten lernen noch Schwäbisch, und Hochdeutsch ist die erste, oft ungeliebte, Fremdsprache. Der Oberschwabe hat einen ausgeprägten Dickschädel, ist ein Erzskeptiker und er glaubt weit eher an die jungfräuliche Empfängnis als an nationale Identität, vereinigtes Europa, Generationenvertrag, Klimaschutz und was ihm aus Politik und Medien sonst noch an schön-bunten Glaubenswahrheiten angedient wird. Ach so, lieber Herr Schmidt: "I hoff bloß, Se hend fr des Interview a gscheids Honorar kriagt!"
Bundestagswahl 2002, Schmidt noch bei Sat1,
wer kam an Freitag vor der Wahl in seine Sendung und wurde großmächtig als persönlicher Freund vorgestellt?
Josef Fischer.
Das war genau die letzte Sendung von Herr Schmidt, die ich mir in Gänze angesehen habe.
Ach, orgelspielend habe ich ihn irgendwann gesehen. Das war nix.
Ach kommt Leute, das wäre doch ein Spaß. Ist Deutschland nicht wie China? Der Süden reich der Norden arm, vom Osten ganz zu schweigen. Da können dann die Uiguren in Sachsen auf ihrer Kohle sitzen und sich der Bergigkeit erfreuen (Muztagata, schönster Berg im Elbsandsteingebirge), der Süden entwickelt sich derweil zur Wirtschaftsmacht und verbuddelt seine Bahnhöfe, um schneller nach Ulm zu kommen. Also: Mag die Republik hops gehen (Bundespolitiker schwindeln eh nur alle in ihren Dissertationen), der Würtemberger verfügt über Prüderie wie es ihm gefällt (Lies: "Die verteufelte Lust von Klaus Röhl) der Ossie dreht Pronos. Berlin zu Beijing zu transformieren fällt wirklich nicht schwer und Herr Schmidt leitet als Wen Jiabao die Insolvenz des Ruhrpotts. Spaßig, Spaßig. Und alles im Kraftfeld zwischen Kommunalpolitik und Brüssel. Ich hoffe, dass ich den Artikel so richtig verstanden habe - Grüße: Armes Deutschland???
er geht fremd, sie läßt sie ran wie Wespen (so zahlreich...).
in meiner Sozialisation der 1950/60er Jahre:
neba naus gehen = seine sexuellen Bedürfnisse ausserhalb der Ehe befriedigen, meist auf Herren bezogen, auch geschlechtsneutral.
die lesst se na wiad wefzga = die Dame lässt Herren an sich heran wie Wespen (sich auf etwas Süsses stürzen).
Schöne Grüße und vielen Dank an HS.
Einfach nur große Klasse!
Für die Nichtschwaben hier die Übersetzung: Der god neba naus = der geht fremd (neben hinaus). De lässt se no wie d´Wefzga = Eine Frau, die sich von Männern umschwärmen lässt, wie der Honig von Wespen(Wefzge) - oder ums mit Friedrich Hollaender(bzw.Marlene Dietrich) zu sagen:"Männer umschwirren mich wie Motten das Licht..."
Kann man, machen wir aber nicht. Um es mit Harald Schmidt zu sagen: Das wirkliche Eliteland ist Baden-Württemberg. Wir sind zwar gerne bereit, Länder am Rande der Armutsgrenze finanziell zu unterstützen, aber Ihre Prüderie müssen Sie schon alleine überwinden - soviel Arroganz muss sein.