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Indisch-chinesischer Dialog Die beiden asiatischen Großmächte reichen einander die Hand

11.04.2005 ·  Indien und China wollen ihre Grenzstreitigkeiten möglichst rasch beilegen. Beim Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Wen in Delhi einigten sich beide Länder auf eine möglichst schnelle Lösung der Territorialkonflikte in der Himalaya-Region.

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Indien und China wollen ihre Grenzstreitigkeiten möglichst rasch beilegen. Beide Länder einigten sich am Montag auf eine möglichst schnelle Lösung der Territorialkonflikte in der Himalaya-Region, die im Jahr 1962 in einen Krieg gemündet waren. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao sprach in Delhi von einer „Brücke der Freundschaft“, die gelegt worden sei, und bezeichnete seine erste Indienreise seit seinem Amtsantritt als „sehr wichtig in der Geschichte unseres Landes“.

Bereits am Wochenende hatten sich die beiden Chefunterhändler, der indische Sicherheitsberater M.K. Narayan und der stellvertretende chinesische Außenminister Dai Bingguo, auf elf „Leitprinzipien“ verständigt, die die Klärung der Grenzfragen erleichtern sollen.

„Paketlösung“ für das Ende der Streitigkeiten

Da der Status des indischen Bundesstaates Sikkim nach Teilnehmerberichten kein Thema mehr ist, konzentrieren sich die Verhandlungen auf den indischen Bundesstaat Arunachal Pradhesh und den westlichen Teil Tibets. Beide Seiten streben eine „Paketlösung“ an, die die Streitigkeiten endgültig beilegen sollen, und vereinbarten im Rahmen von vertrauensbildenden Maßnahmen gemeinsame Militärmanöver in den Grenzgebieten.

Wen und Singh einigten sich auch auf einen „Fünfjahresplan für wirtschaftliche Zusammenarbeit“. Danach soll der Handel zwischen beiden Ländern, der allein im vergangenen Jahr um fast 80 Prozent gewachsen war, weiter ausgebaut und die Möglichkeiten einer Freihandelszone ausgelotet werden.

Besondere Aufmerksamkeit widmete Wen der indischen Software-Industrie. Während seines Besuches in der südindischen Wirtschaftsmetropole Bangalore warb er für eine „Kombination“ der Industrie mit der chinesischen Hardware-Produktion, die Indien und China einen „Spitzenplatz in der Welt“ ermöglichen würde.

Thema UN-Reform

Peking hältz sich zrück reserviert für dIn der gemeinsamen Erklärung sprachen sich beide Regierungschefs erwartungsgemäß für eine „umfassende Reform der Vereinten Nationen“ aus. Dem indischen Wunsch nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat folgte die chinesische Seite aber nur in gewundenen Worten. Indien sei ein „wichtiges Entwicklungsland, das zunehmend großen Einfluß auf der internationalen Bühne ausübt“, wird die chinesische Seite zitiert. Weil China „dem Status Indiens große Bedeutung“ beimesse, „versteht und unterstützt es Delhis Streben nach einer aktiven Rolle in den UN und in internationalen Angelegenheiten“, heißt es in dem Dokument.

Wen versuchte, den demokratischen Gepflogenheiten durch ein Gespräch mit Parlamentspräsident Bhairon Singh Shekhawat gerecht zu werden. Dort bezeugte er seine Meinung, daß ein verstärkter Parlamentarier-Austausch den Beziehungen beider Länder gut täte. An diesem Dienstag will Wen auch die Führung der Opposition treffen, bevor er am Mittag nach Peking zurückfliegt.

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