Home
http://www.faz.net/-gpf-75hei
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Indien Mutmaßliche Vergewaltiger angeklagt

In Delhi ist Anklage gegen fünf der mutmaßlichen sechs Vergewaltiger der jungen Inderin erhoben worden. Ihnen droht die Todesstrafe. Bei dem sechsten Beschuldigten sollte überprüft werden, ob er wie von ihm angegeben minderjährig ist.

© dpa Vergrößern Demonstranten fordern die Todesstrafe für die Vergewaltiger der jungen Inderin.

In Indien sind am Donnerstag fünf der mutmaßlichen Vergewaltiger der jungen Inderin angeklagt worden. Gegen die fünf Männer sei wegen Entführung, Mordes und Vergewaltigung Anklage erhoben worden, teilte ein ermittelnder Beamter mit. Bei dem sechsten Beschuldigten sollte überprüft werden, ob er wie von ihm angegeben minderjährig ist. Dann würde er vor ein Jugendgericht gestellt. Den volljährigen Beschuldigten droht die Todesstrafe. Ein neues Schnellgericht soll über sie urteilen.

Die inzwischen verstorbene 23 Jahre alte Studentin war Mitte Dezember in einem Kleinbus in der Hauptstadt Delhi von mehreren Männern vergewaltigt, mit Eisenstangen misshandelt und aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen worden. Ihr Begleiter wurde ebenfalls verletzt. Polizeiangaben zufolge versuchte der Fahrer des Busses daraufhin, die Frau zu überfahren.

Sie konnte jedoch von ihrem Freund noch rechtzeitig zur Seite gezogen werden. Danach kämpfte die Studentin fast zwei Wochen lang um ihr Überleben. Zuletzt wurde sie in einer Klinik in Singapur behandelt, wo sie ihren schweren Verletzungen erlag.

Vater fordert Todesstrafe

Der Vater der Frau hatte die Todesstrafe für die mutmaßlichen Täter gefordert. „Das ganze Land verlangt, dass diese Monster gehängt werden“, sagte der er in seinem Heimatdorf Mandwara Kala im Bundesstaat Uttar Pradesh. „Ich denke genau so.“

Das brutale Vorgehen der Täter hatte in Delhi und anderen indischen Städten zahlreiche Demonstrationen ausgelöst. Der Regierung wird vorgehalten, zu wenig gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen zu tun. Frauenrechtlern zufolge werden in Indien Vergewaltigungen nur selten bestraft. Ministerpräsident Manmohan Singh war heftig dafür kritisiert worden, dass er sich lange nicht zu der Vergewaltigung geäußert hatte. Nach den Demonstrationen hatte er dann aber zur Ruhe gemahnt und die Tat ein „monströses Verbrechen“ genannt.

In einer Fernsehansprache hatte er zudem versichert, der werde alles tun, um Schutz und Sicherheit für Frauen in Indien sicherzustellen. In Indien wird Polizeidaten zufolge rund alle 20 Minuten eine Frau vergewaltigt.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET mit AFP und Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Konkurrenz-Diplomatie Hase und Igel in Asien

Derzeit läuft die Besuchsdiplomatie in Asien auf Hochtouren. Ob Japan, China und Amerika - sie alle umwerben den Süden der Region, um ihre eigene Macht zu stärken. Mehr

10.09.2014, 05:07 Uhr | Wirtschaft
Cliff Richard bestreitet Missbrauchsvorwürfe

Hausdurchsuchung bei einem der bekanntesten britischen Popstars: Die englische Polizei hat am Donnerstag in Berkshire, westlich von London, die Wohnung von Cliff Richard durchkämmt. Hintergrund ist ein Sexualdelikt an einem Minderjährigen Jungen in den 80er Jahren. Mehr

15.08.2014, 12:40 Uhr | Gesellschaft
Düsseldorfer Terrorismusprozess Sitzenbleiben für Allah

Vier junge Muslime stehen in Düsseldorf wegen des versuchten Bombenanschlags in Bonn und eines geplanten Mordanschlags vor Gericht. Die deutsche Rechtsordnung erkennen sie nicht an. Mehr

08.09.2014, 18:21 Uhr | Politik
Amtseinführung von Narendra Modi

Sein Name riss auch am Montag viele Inder zu Begeisterungsstürmen hin: Narendra Modi, neuer Regierungschef in einem der wichtigsten Schwellenländer der Welt, legte in einer öffentlichen Zeremonie in Neu-Delhi seinen Amtseid ab. Mehr

27.05.2014, 12:13 Uhr | Politik
Cargo-City Süd am Flughafen Fünf Anklagen im Schmiergeldfall am Flughafen

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen fünf Männer erhoben, die an Bestechungen beim Ausbau des Frankfurter Flughafens beteiligt gewesen sein sollen. Sie korrigierte damit Berichte von vier Angeklagten. Mehr

12.09.2014, 14:10 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 03.01.2013, 13:20 Uhr

Keine Alternative

Von Günter Bannas

Viele in der CDU kritisieren die Parteiführung für ihren Kurs gegenüber der AfD - und haben selbst keine Antwort auf sie. In der Merkel-CDU fehlen die Charakterköpfe, die durch Kraftmeierei die politischen Ränder binden könnten. Mehr 119 36

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden