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Veröffentlicht: 02.06.2014, 15:34 Uhr

Indien Die Frauen erheben sich, doch die Gewalt geht weiter

Hunderte Frauen haben am Montag für eine rasche Aufklärung der jüngsten Vergewaltigungsfälle protestiert. Währenddessen wurde schon die nächste Vergewaltigung gemeldet. Wieder wurde das Opfer grausam zugerichtet und getötet.

von Michael Radunski, Delhi
© dpa Bei den von einer abermaligen Massenvergewaltigung angefachten Protesten kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei

Hunderte Frauen haben am Montag in der indischen Stadt Lucknow für eine rasche Aufklärung der Gruppenvergewaltigung von Badaun protestiert. In der Hauptstadt des nordindischen Bundesstaates Uttar Pradesh forderten sie die Landesregierung auf, entschieden gegen die zunehmende Gewalt gegen Frauen und die Untätigkeit der Polizei vorzugehen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, es gab Verletzte. Aufgerufen zu den Protesten hatte die Bharatiya Janata Partei (BJP). „Wir können nicht stumme Zuschauer sein, während Kriminelle unsere Frauen vergewaltigen und ermorden“, sagte der BJP-Vorsitzende für Uttar Pradesh Laxmikant Bajpayi.

Ursache der Proteste ist eine Gruppenvergewaltigung im Distrikt Badaun, bei der in der vergangenen Woche zwei minderjährige Mädchen erst von mehreren Männern vergewaltigt und anschließend an einem Baum erhängt worden waren. Drei Verdächtige und zwei Polizisten wurden festgenommen und sind nach Angaben der Polizei geständig. Die beiden 14 und 15 Jahre alten Mädchen waren am späten Dienstagabend auf ein Feld gegangen, weil ihr Haus keine Toilette hat. Dort wurden sie überfallen.

Die Mädchen waren „Kastenlose“

Die Mädchen waren Dalit, sogenannte Unberührbare, wie knapp 200 Millionen der 1,2 Milliarden Inder. Die „Kastenlosen“ werden noch immer weithin unterdrückt, wiewohl das Kastenwesen in Indien offiziell abgeschafft ist. Der Vater eines der Opfer erzählte, die Polizisten hätten ihn nur ausgelacht, als er sie aufgefordert habe, nach den Tätern zu suchen.

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Unterdessen wurde am Montag aus der Nähe von Badaun ein neuer Vergewaltigungsfall gemeldet. Nach Angaben der Behörden wurde dort eine 22 Jahre alte Frau vergewaltigt und getötet. Ihr Leichnam sei nackt auf einem Feld gefunden worden, um den Hals ein Plastikstrick, im Gesicht Verbrennungen. Eine Autopsie am Montag habe gezeigt, dass die Frau vor ihrem Tod noch gezwungen worden sei, Säure zu trinken.

Der Distrikt Badaun liegt im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh. Allein in der vergangenen Woche wurden dort zwei ähnliche Verbrechen verübt: In Azamgarh wurde eine Minderjährige Opfer einer Gruppenvergewaltigung, ihr Zustand ist kritisch. In Etawah wollte die Mutter eines Vergewaltigungsopfers Anzeige erstatten und wurde von Familienangehörigen des mutmaßlichen Täters schwer verletzt.

Seit 2012 regiert in Uttar Pradesh die Samajwadi-Partei von Ministerpräsident Akilesh Yadav und seinem Vater Mulayam Singh Yadav. Angesprochen auf die Vergewaltigungen sagte Mulayam Singh Yadav vor einigen Wochen lapidar: „Jungs sind eben Jungs, sie machen halt Fehler.“

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Eine Million für Helmut Kohl – weil Vertrauliches vertraulich bleiben muss. Davon leben gerade Autoren, die Missstände schonungslos aufdecken wollen. Mehr 1 4

Quelle: wahlrecht.de
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