Der bei Wien tot in der Donau aufgefundene frühere libysche Ministerpräsident und Ölminister Schukri Ghanem ist nach Ansicht der österreichischen Polizei ertrunken. Eine Autopsie seiner Leiche keine Hinweise auf Anwendung äußerer Gewalt ergeben, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger am Montag. Die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchung würden im Laufe der Woche erwartet.
Der Tod sei wahrscheinlich ein Unfall gewesen, sagte Hahslinger. Der 69 Jahre alte Ghanem habe sich bereits am Samstagabend bei seiner Tochter beklagt, dass er sich nicht wohlfühle. Eine Abschiedsbotschaft sei nicht gefunden worden und es gebe keine Hinweise darauf, dass Ghanem bedroht worden wäre, sagte der Polizeisprecher. Ghanem, der als Berater für ein Wiener Unternehmen arbeitete, habe sein Haus am frühen Sonntag verlassen. Später am Tag wurde seine Leiche entdeckt.
Ghanem diente unter dem getöteten libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi zuletzt bis zum Juni 2011 als Ölminister. Zuvor war er von 2003 bis 2006 Ministerpräsident, nachdem er mehrere Jahre in verschiedenen Positionen bei der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) in Wien gearbeitet hatte. Anschließend stand er bis 2011 der staatlichen Ölgesellschaft vor.
Er hatte im Zuge des Aufstands gegen Gaddafi im Mai 2011 mit dem langjährigen Machthaber gebrochen und war wieder in die österreichische Hauptstadt gezogen.
keine Hinweise auf Anwendung äußerer Gewalt
Anton Kettenruettler (kettenruettler)
- 30.04.2012, 19:00 Uhr
In der Donau gestorben
Helmut Smith (fmsus)
- 30.04.2012, 16:51 Uhr
Öl und Wasser sind verschieden
Roland Stadler (Trombone53)
- 30.04.2012, 14:27 Uhr