03.09.2010 · Polens Präsident Bronislaw Komorowski besucht an diesem Freitag Berlin, um Deutsche auszuzeichnen, die in den achtziger Jahren die Solidarnosc unterstützt haben. Mit der F.A.Z. sprach er über sein Deutschlandbild, den Versöhnungsprozess der beiden Nachbarländer und die europäische Integration Polens.
Richtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Die Darstellung Polens in den deutschen Medien lässt zu Wünschen übrig.
Als Deutschem sei mir mal eine Äusserung erlaubt: Man stellt das Land Polen leider in den Medien immer noch schlecht dar. Ich selbst kenne das Land gut, aber in der Schulzeit hat man nicht viel darüber gelernt. Das Ende des Kommunismus ist auch das Resultat der tiefen Gläubigkeit der Polen, die den Katholizismus stets auch als Schutz vor der Unterdrückung der Russen, Preussen, Deutschen in verschiedenen Phasen der Okkupation gesehen haben. Ich habe tiefen Respekt vor dieser Gläubigkeit und denke, es wäre für Deutschland wichtig, diesen Zusammenhang besser zu verstehen. Auch der Umgang mit dem Papst, dem die deutschen Medien leider kaum Respekt entgegen bringen, gehört hierher. Ich bin nicht katholisch, aber es fehlt in Deutschland an Respekt. Das andere ist die grossartige Kultur Polens - das Land ist ein Hort von Begabungen. Die Menschen dort sind auch in vielem bescheidener als hier bei uns. Man sollte einmal über diese Dinge nachdenken, denn in gewisser Weise sind wir ja dabei aufgrund der Einwanderung und Demographie unseren Respekt auch vor der eigenen Kultur immer mehr zu verlieren. Hier können wir von den stolzen Polen lernen. Es geht dabei auch um unser Europa und dessen bedrohliche, schleichende Islamisierung.
der polnische Präsident Komorowski besucht Berlin um deutsche auszuzeichnen.
Eine faire Geste.
Fair ist allerdings nicht, das dieser Präsident Polens in seinem Interview gegenüber der FAZ den Kniefall in Warschau von Willi Brand verschweigt.
Das nämlich war der eigentliche Erfolg der dadurch erstarkten Solidarnosc.
Möglicherweise ist es nicht gewünscht, wo doch der deutsche "geschobene" CDU Bundespräsident an der Seite des Herrn Präsidenten Komorowski die Orden vergibt.
Hier sollte Wulff einen Schritt zurücktreten, zu Ehren des Friedensnobelpreisträgers.
Ich für meine Person finde das erbärmlich, was hier das Präsidialamt ausgegoren hat.
Es ist interessant, dass Herr Komorowski offenbar die 45 Jahre friedlicher Nachbarschaft zwischen der DDR und Polen völlig aus dem Gedächtnis gestrichen hat. Ich bin in der DDR geboren und aufgewachsen und bin zu 100 Prozent im Geist der Freundschaft zu Polen erzogen worden, habe dort viele Ferien verbracht und viele Freunde gehabt. Die historische Schuld der Deutschen gegenüber Polen war immer ein Thema in meiner Erziehung. Das, was jetzt abläuft ist für mich nichts Neues.
Aber offenbar zählt das nicht, wir DDR Bürger waren wohl für Herrn Komorowski keine "richtigen Deutschen".
Das klassische Volk des Unglücks [Golo Mann]…
Zwar wird niemand den Verlust der Ostprovinzen hinnehmen wollen, denn hier – wie überall – muß das ewige Gebot der Geschichte erfüllt werden: „Kein großes Volk gibt, was es besitzt, anders hin als unter dem Druck der äußersten Notwendigkeit; alle Abtretungsverträge sind Anerkenntnisse einer solchen, nicht sittliche Verpflichtungen. Wenn jede Nation mit Recht ihre Ehre darein setzt, schimpfliche Verträge mit den Waffen zu zerreißen…“ - doch kann einem Polen fast Leid tun (wobei sich dieses Mitleid natürlich in Grenzen hält, da Polen im 18. Jahrhundert keinen seiner drei Teilungen mit den Waffen getrotzt hat): Zuerst zerriss die Trias der Schwarzen Adler Mächte das Land und dann, nach fast 150 Jahren wiederhergestellt, fand es sich zwischen Stalin und Hitler, also zwischen Skylla und Charybdis, wieder; und hatte dazu noch äußerstes Glück mit seinen Bundesgenossen: 1939 taten England und Frankreich nichts um Polen zu helfen und obwohl die Exilpolen zahlreich für England kämpfen, hatte England zusammen mit Amerika wenig Neigung die polnische Unabhängigkeit gegen Stalin zu verteidigen. Polens gegenwärtige Anhänglichkeit an die USA wirkt da fast schon ein wenig naiv; ist es doch nicht mehr als ein Bauer auf dem Schachbrett…