22.09.2009 · Seit drei Monaten ist Manuel Zelaya nicht mehr Präsident von Honduras - und das nicht, weil das Militär ihn auf ungesetzliche Weise außer Landes gebracht hat. Die westlichen Regierungen von Washington über Madrid bis Berlin halten aus Opportunität dennoch an ihm fest.
Von Daniel DeckersSeit drei Monaten ist Manuel Zelaya nicht mehr Präsident von Honduras - und das nicht, weil das Militär ihn auf ungesetzliche Weise außer Landes gebracht hat. Zelaya hatte sein Amt in dem Moment verwirkt, in dem er mit der Ansetzung einer Volksbefragung versucht hatte, die verfassungsmäßige Ordnung des Landes zu ändern - so bestimmt es die honduranische Verfassung.
Die westlichen Regierungen von Washington über Madrid bis Berlin scheren sich freilich seit Monaten nicht um diese Verfassung, sondern halten aus Opportunität an Zelaya fest: Obama hat innen- und außenpolitische Sorgen, über denen er sich nicht nachsagen lassen will, mit (angeblichen) Putschisten gemeinsame Sache zu machen; für die Europäer ist Honduras die sprichwörtliche Bananenrepublik.
Wie man handfeste Amerika-Politik betreibt, macht seit Jahren der venezolanische Präsident Chávez vor. Zug um Zug füllt er das Vakuum, das Europäer und Nordamerikaner hinterlassen haben. Jetzt hat er sogar die Brasilianer endgültig auf seine Linie gebracht. Nicht schlecht, aber alles andere als beruhigend.
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Daniel Deckers Jahrgang 1960, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.
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