01.07.2008 · Der Irak gewinnt politisch und wirtschaftlich an Stabilität und könnte das Schlimmste hinter sich haben. Jetzt buhlen die großen ausländischen Ölgesellschaften geradezu um Förderlizenzen. Das ist eine sehr gute Nachricht - und es ist weder zynisch gemeint, noch bestätigt es die Behauptung, beim Irak-Krieg sei es allein ums Öl gegangen.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerWas im Irak alles falsch gemacht worden ist - auch wider guten Rat -, das wissen wir. Zuletzt haben amerikanische Militärhistoriker dem Oberbefehlshaber während des Irak-Kriegs ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Die fatalen Konsequenzen politischer Vorgaben sind ebenfalls gut dokumentiert.
Und doch könnte der Irak trotz der vielen ungeklärten großen und kleinen Fragen das Schlimmste hinter sich haben - was selbst Demokraten in Washington zugeben. Die Regierung Maliki gewinnt offenkundig an Statur und Autorität. Die Wirtschaft scheint in Gang zu kommen, auch weil sich die Sicherheitslage verbessert hat. Jetzt buhlen die großen ausländischen Ölgesellschaften geradezu um Förderlizenzen.
Das ist eine sehr gute Nachricht - und es ist weder zynisch gemeint, noch bestätigt es die Behauptung, beim Irak-Krieg sei es allein ums Öl gegangen. Vielmehr zeigt es, dass der Irak mittelfristig durchaus eine Chance hat, auf die Füße zu kommen. Was ganz im Sinne der Ölverbraucher wäre. Übrigens sind unter den Firmen bemerkenswert viele, deren Regierungen damals den Krieg abgelehnt hatten.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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