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Hintergrund Mehr als 31.000 Islamisten in Deutschland

05.08.2002 ·  Der Verfassungsschutz schätzt, dass in Deutschland 31.000 Menschen in islamistischen Gruppierungen formiert sind.

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Laut Verfassungsschutzbericht waren 2001 in Deutschland 65 extremistische Ausländerorganisationen aktiv, in die nach Schätzungen der zuständigen Behörden rund 59.100 Personen als Mitglieder oder Anhänger fest eingebunden sind. Die Interessen, die diese Organisationen verfolgen sind äußerst unterschiedlich.

Ausländerorganisationen im linksextremistischen Spektrum vertreten das Ziel, die Staats- und Gesellschaftsordnung in ihren Heimatländern in ein sozialistisches oder kommunistisches System zu überführen. In dieser Kategorie listet der Verfassungsschutz etwa die türkischen Organisationen „Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front“ oder die „Marxistisch-Leninistische Kommunistische Partei“.

Nationalistisch geprägte Ausländergruppierungen betrachten die ethnisch-kulturelle Ausprägung ihrer eigenen Nation als alleinige Richtschnur. Rechte anderer Volksgruppen werden nicht akzeptiert.

Islamistische Organisationen

Der Verfassungsschutz schätzt islamistische Organisationen als besonders gefährlich ein. Allein die Zahl der an diesen Gruppen Beteiligten wird in Deutschland auf mehr als 31.000 Personen geschätzt.

Eine der bekanntesten Gruppierungen sind die Arabischen Mudschaheddin (“Kämpfer für die Sache Allahs“). Sie sind zum Teil ebenfalls in Usama bin Ladins Netzwerk Al Qaida eingebunden, das für die Terroranschläge am 11. September in den Vereinigten Staaten verantwortlich gemacht wird. Bei den Ermittlungen zu diesen Anschlägen stellte sich heraus, dass einige der Attentäter lange in Deutschland gelebt und studiert hatten.

Eine weitere Teilgruppe der Mudschaheddin stellt die Al Tawhid dar. Sie verfolgt ähnliche Ziele wie die Al Qaida, ohne jedoch die finanziellen Möglichkeiten eines Usama bin Ladins zu haben. Sie finanziert sich durch Kriminalität wie Passfälschungen und Telefonkarten-Manipulationen und hinterlässt dadurch häufig Spuren bei der Polizei.

Die mit über 27.000 Mitgliedern zahlenmäßig größte extremistische Organisation von Ausländern im Bundesgebiet ist die „Islamische Gemeinschaft Milli Görüs e.V.“ (IGMG). Diese Organisation will ihren Anhängern ein Scharia-konformes Leben in Deutschland ermöglichen. Zu diesem Zweck will sie ihre gesellschaftspolitischen Aktivitäten ihrer breit strukturierten Organisation (über 300 Moscheenvereine) verstärken und ruft deshalb ihre Mitglieder dazu auf, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, um so besser auf die politische Willensbildung in Deutschland Einfluss nehmen zu können. Des weiteren unterhält sie ein breites Angebot an Betreuungs-, Schulungs- und Freizeitaktivitäten für türkische Jugendliche, um diese in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Neben dem am 5. August verbotenen Verein „Al Aqsa“, der der islamistischen Hamas-Organisation zugerechnet werden kann, wurde am 12. Dezember 2001 schon der Kalifatstaat verboten. Führer dieser Organisation riefen über Jahre hinweg türkische Muslime zum „Jihad“ auf und verbreiteten antisemitische und antidemokratische Schriften. An der Spitze des Kalifatstaates stand der selbsternannte „Emir der Gläubigen und Kalif der Muslime“, Metin Kaplan. Der Türke verbüßt in Düsseldorf eine vierjährige Strafe, weil er öffentlich zu Straftaten aufgerufen hatte.

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