12.10.2001 · Bislang waren vier Deutsche unter den Friedensnobelpreisträgern.
Der seit 1901 jährlich vergebene Friedens-Nobelpreis ist die wichtigste Auszeichnung der internationalen Politik. Er geht - ebenso wie die Nobelpreise für Physik, Chemie, Medizin und Literatur - auf eine Testamentsverfügung des schwedischen Chemikers und Industriellen Alfred Nobel zurück. Der vor 105 Jahren verstorbene Erfinder des Dynamits hatte bestimmt, dass die Zinsen seiner Stiftung jährlich zu fünf gleichen Teilen denjenigen zugute kommen sollten, "die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“.
Die Friedenspreisträger werden dabei durch ein jeweils für fünf Jahre amtierendes Nobel-Komitee des norwegischen Parlaments ausgewählt, das aus fünf Mitgliedern besteht. Der Ausschuss trifft seine Entscheidung auf Grund von Kandidaten-Vorschlägen. In den vergangenen Jahren gingen jeweils etwa hundert Nominierungen bei dem Gremium ein. Vorschlagsberechtigt sind derzeitige und frühere Mitglieder des Nobel-Komitees und des Nobel-Instituts, Mitglieder von nationalen Parlamenten und Regierungen sowie der Interparlamentarischen Union, Mitglieder des Internationalen Schiedsgerichts und des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, Vertreter der Kommission des Internationalen Friedensbüros sowie des Instituts für internationales Recht, Universitätsprofessoren für Recht, politische Wissenschaften, Geschichte und Philosophie sowie bisherige Nobelpreisträger.
Die Höhe des Preisgeldes richtet sich jeweils nach dem aktuellen Vermögen der Nobelstiftung. Bei der erstmaligen Verleihung 1901 lag dieses noch bei 150.800 schwedischen Kronen. In diesem Jahr ist der Nobelpreis mit 10 Millionen schwedischen Kronen (umgerechnet rund zwei Millionen Mark) dotiert. Unter den Friedenspreis-Trägern waren mit Ludwig Quidde, Gustav Stresemann, Carl von Ossietzky und Willy Brandt bislang vier Deutsche.