23.02.2003 · UN-Chefinspektor Hans Blix hat die irakische Regierung schriftlich zur Verschrottung ihrer Raketen vom Typ El Samud 2 aufgefordert. Der Grund: Die Waffen fliegen zu weit.
UN-Chefinspektor Hans Blix hat die irakische Regierung schriftlich zur Verschrottung ihrer Raketen vom Typ El Samud 2 aufgefordert. Der Grund: Die Waffen fliegen zu weit. Nach Informationen des CIA können die Samud-Raketen bis zu 180 Kilometer zurücklegen - das sind genau 30 Kilometer mehr als die nach dem Golfkrieg 1991 festgelegte Höchstgrenze für irakische Raketen.
Die Nachfolger der sowjetischen Scud-Raketen sind Boden-Boden-Geschosse. Allein mit ihren technischen Daten verstößt die Samud nicht gegen UN-Resolution 687 von 1991: Die Rakete ist 10,6 Meter lang, hat einen Durchmesser von höchstens 0,65 Meter, ein Gewicht von 2,3 Tonnen, Ladekapazitäten für 300 Kilogramm und offiziell eine Reichweite von genau 150 Kilometern.
Vor dem Golfkrieg besaß Bagdad verschiedenene Boden-Boden-Raketen: Die Scud-B konnte 300 Kilometer weit fliegen, die El-Hussein-Rakete reichte 600 bis 650 Kilometer weit und die El Abbas 900 Kilometer.
Die Samud-Rakete wurde in den 90er Jahren im Rahmen des Programms Abadil-100 für Boden-Boden-Raketen mit weniger als 150 Kilometern Reichweite entwickelt. Aber französischen Experten zufolge variiert die Reichweite je nach Ladegewicht. Erstmals wurde die Samud-Rakete 1997 getestet, Silvester 2000 wurde sie bei einer Militärparade zur Schau gestellt.