26.02.2008 · Die hessische SPD ist beim Thema „Wie halte ich es mit der Linkspartei?“ so verlässlich wie Kurt Beck. Andrea Ypsilanti mag darauf setzen, dass ihre Partei sie in der Ministerpräsidentenwahl nicht durchfallen lassen kann. Das glaubt Heide Simonis freilich heute noch.
Von Berthold KohlerDa hat Kurt Beck unter Aufopferung seiner politischen Glaubwürdigkeit der hessischen Linkspionierin Ypsilanti eine Gasse durch die Reihen der innerparteilichen Wahrhaftigkeitsfanatiker geschlagen, die am Ende gar nicht so fanatisch waren - und muss doch weiter bangen, ob sein Plan aufgeht.
Denn die hessische SPD ist beim Thema „Wie halte ich es mit der Linkspartei?“ in etwa so verlässlich wie Beck selbst. Der stellvertretende Fraktionschef Walter, der Frau Ypsilanti im Ringen um die Spitzenkandidatur knapp unterlegen war, sagte seiner Chefin zwar die Unterstützung aller Abgeordneten zu, aber auch einen „falschen und ausgesprochen gefährlichen“ Weg voraus.
Frau Ypsilanti mag darauf setzen, dass ihre Partei sie in der Ministerpräsidentenwahl gar nicht durchfallen lassen kann. Das glaubt Frau Simonis freilich heute noch. Und auch nach einem solchen Desaster müsste das Leben weitergehen: mit dem pragmatischen Walter vielleicht, der für die heftig umworbene FDP kein rotes Tuch ist. Die letzte Entscheidung, so hat es die SPD-Spitze gerade dekretiert, treffen die lokalen Kader.