Die Verbindung war glücklich für Bremen: Henning Scherf war zeitgleich Senatspräsident in Bremen und Präsidiumsmitglied des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Vor zwölf Jahren hatte ihn die Idee gefangen, den Kirchentag in die Hansestadt zu holen.
Mit seiner Begeisterungsfähigkeit vermochte er andere anzustecken für die Idee wie auch die Bereitschaft zur Kostenübernahme, zeitweise im Alleingang. So sehen viele den hochgewachsenen „großen Umarmer“ als einen der Väter des Bremer Kirchentages, wenn nicht gar als „den Vater“. Der Kirche verbunden war er von Jugend auf: Sein Vater wurde auch als Mitglied der Bekennenden Kirche mehrfach von der Gestapo inhaftiert. Scherf studierte neben Jura auch zwei Semester Theologie; anfangs wollte er Pfarrer werden. Das ebnete seinen Weg in das evangelische Hochbegabtenförderungswerk Villigst, dem er eng verbunden war und ist. Er sieht sich eher als aktiven Christen in einer gläubigen Familie denn als gläubigen Menschen, heißt es.