Zu den Lehren der Sozialdemokratie in Deutschland und anderswo in Europa gehört der Vorsatz: Verscherze es dir nicht mit den Gewerkschaften! Die SPD ist deshalb seit Monaten auf der Reise in die Vor-Schröder-Zeit.
Die Gewerkschaften wiederum mussten sich die Einsicht abringen, dass die Sozialdemokratie dadurch noch so schön werden kann, aber nichts taugt, wenn sie nicht regierungsfähig ist. DGB-Chef Michael Sommer hat sich daraus jetzt eine SPD zusammengeträumt, die der Agenda 2010 endgültig abschwört, mit einem Kanzlerkandidaten, der schon einmal unter Beweis gestellt habe, dass er Wahlen gewinnen könne.
Hat Sommer etwa mit Andrea Nahles gesprochen? Die Generalsekretärin der Partei hatte Klaus Wowereit ins Spiel gebracht, weil der demnächst die dritte Wahl gewinne. Die drei anderen hinlänglich bekannten möglichen Kandidaten sind dagegen wahlsieglos.
Ob aus Wahlsiegen allerdings auch Regierungstauglichkeit folgt, wird gerade bei Wowereit hin und wieder bezweifelt. Sommer schwebt offenbar ein geläutertes Schlachtross vor. Am Ende meint er wohl noch Gerhard Schröder.