20.02.2013 · Die FDP nähert sich dem Mindestlohn und entfernt sich damit von ihren Lehrsätzen. Von der SPD könnte sie lernen: Was stimmt, muss nicht immer einleuchten.
Von Jasper von AltenbockumRichtlinien für Lesermeinungen
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Gerade die Tätigkeit der Friseure müsste doch jedem die Folgen eines Mindestlohns klarmachen
Also über den Blödsinn von Marx, den ich hier lesen durfte,
habe ich herzlich gelacht. Marx hat sich ja bekanntlich bei den 500
Millionen Leidtragenden seiner Lehren entschuldigt. Ich hoffe, die
T-Shirts sind bekannt.
Natürlich haben Mindestlöhne sehr wohl Auswirkungen auf den
Markt (müssen sie, wenn sie wirken sollen). Durch einen Mindestlohn
steigt der Preis für`s Haareschneiden. Und gerade beim
Haareschneiden, obwohl es sich um einen regionalen Markt handelt, gibt
es sehr wohl Ausweichmöglichkeiten für Kunden. Er kann sich
die Haare weniger häufig schneiden lassen, kann zu Mutti gehen,
kann sich die Haare im Urlaub (z.B. in Berlin für 6 €)
schneiden lassen oder kann sich Haare "schwarz" schneiden
lassen, etc. Bei einfachen Zusammenhänge bedarf es Marx nicht.
Besonders bedauerlich ist, dass dann auch noch verkannt wird, dass
heutzutage die genannten Kosten im Fall der Arbeitslosigkeit ohnehin
staatlich gedeckt sind. Die Marx`schen Grundbedingungen sind nicht mehr
gegeben.
"die lästige Frage zu beantworten, ob mit dem Mindestlohn denn nun tatsächlich Arbeit geschaffen
wird, von der man leben kann."
Wem ist die Frage denn lästig ?
FAZ, Kolumnisten, Billigheimer-Arbeitgeber wie Amazon, Paketzusteller
etc ?
Arbeit für das "untere Segment" - Fernseh-Zitat
Prof-Arbeitsrechtler - (terminus
technicus Untere-Mensch-Zwangs-Arbeitnehmer-Ersatz) ist ausweislich der Amazon-
Story zu den Unterschicht-Arbeitnehmer-Engpässen im
Übermaß vorhanden, die allerdings niemand zu einem
Arbeitskraft-Abzock-Lohnniveau mehr machen will im Gutmenschen-
Arbeitgeber-Deutschland.
FAZ-Kolumnist ist imer noch nicht aufgewacht, um die Realitäten +
Tricks der menschen-
verachtenden Arbeitskraft-Ausbeutung des "unteren Segments"
wahrzunehmen, die ohne
gesetzlichen Mindestlohn von mindestens EUR 8,50 nicht abgestellt werden
können.
Damit sich Arbeit + Leben fürs "untere Segment" wieder
"lohnt, statt daß der Hungerlohn zum Leben + Sterben nicht
reicht.
Aufgrund der „lästigen“ u.a.
JournalistenLeersätze, daß Mindestlohn Arbeit vernichte
ist sie einleuchtend, ein Lehr- oder ein Leersatz? Irgendetwas habe ich wohl da nicht verstanden. Ich vermag auch nicht nachzuvollziehen, wieso Betriebe, vornehmlich im Dienstleistungsbereich, subventioniert werden (Lohnaufstockung), die keine "auskömmlichen" Löhne zahlen. Ein Mindestlohn kann hier helfen, unwirtschaftliche Betriebe auszusondern, also das erreichen, was der Markt dank Lohnsubventionierung nicht leistet.
Nur mal ein Input zur Diskussion, warum Geringverdiener sich so wenig von ihrem Geld leisten können:
Bei 1000 EUR brutto ist das tatsächliche Arbeitsentgelt (inkl.
AG-Anteile) ca. 1220 EUR. Hiervon gehen ca. 205 EUR Steuern ab und zwar
inkl. GEZ, einige indirekte Steuern, Energiesteuern, EEG, d.h. ca. 17%
Steuerquote. Die Grenzsteuerquote ist sogar ca. 26%, die Steuer- und
Zwangsabgabenquote ca. 50% (inkl. Sozialkasseneinzahlungen). Hierbei
noch nicht berücksichtigt sind die zu hohen Abfallgebühren
etc. sowie sonstige zu hohe Preise, die nur aufgrund unbegründbarer
staatlicher Regulierung zustandekommen. Das kann man wahrscheinlich mit
nochmals 100 EUR ansetzen.
Bei einem solchen Gehalt wären wahrscheinlich ca. 100 EUR Steuern gerechtfertigt.
D.h., bei einem gerechten und guten Steuersystem würde so jemand
ca. 200 EUR im Monat mehr zur Verfügung haben. Statt also (nach
Steuern und Zwangsabgaben) nur ca. 600 EUR hätte er/sie ca. 800 EUR
zur Verfügung, immerhin 33% mehr.
Hier also sollte angesetzt werden und nicht bei Arbeitsverboten.
Die Politik kräht nach Mindestlöhnen,
weil denen die Kosten des eigenen Versagens zu hoch werden.
Da den Unternehmen nicht automatisch mehr Geld zur Verfügung steht,
wenn flächendeckend Mindestlöhne eingeführt werden, ist
die Folge absehbar. Die unteren Einkommen werden auf Kosten einer
ohnehin schon darbenden einkommensmäßigen, nicht beim Staat
angestellten, Mittelschicht aufgewertet. Was sonst?
Das wird den aktuellen Trend, dass Deutschland vom Kopf her ausblutet
massiv verstärken. Man kann kein Volk mit Propaganda ernähren.
Die Revolution in der DDR ist nicht zuletzt friedlich verlaufen, weil
der Staat total Pleite war. Ich verstehe überhaupt nicht, warum die
Politiker hierzulande alles geben, um in die gleiche Lage zu kommen.
Eine Situation, in welcher die Intelligenz sich weigert, nach ihren
Möglichkeiten zu arbeiten, weil sie nichts davon hat, außer
ein gefühltes gutes sozialistisches Gefühl, welches aber
instantan verfliegt, wenn man die Empfänger der Wohltaten
häufiger zu Gesicht und Gehör bekommt.
Blödsinn : der moderne schamlose angestellte Unternehmer-Typ lädt das
unternehmerische Risiko auf die Schultern des "untersten
Segments" (Untermensch-Arbeit-
nehmer) ab, weil der keine Lobby mehr hat, um mit
Dumping-Preis-Angeboten
die anständige Konkurrenz auszuschalten.
Das ist Raubtier-Unternehmertum vom Feinsten und Abgefeimtesten.
Was will mir der Autor eigentlich sagen?
Wäre bitte jemand so nett mich aufzuklären. Danke!
Mindestlohn ist nicht nur irgendeine moralische Gefühlsduselei sondern ein ökonomischer Sachzwang
"„Nicht das ist sozial, was Arbeit schafft, sondern das ist
sozial, was Arbeit schafft, von der man leben kann!“" Es ist
einer jener Sätze, die nicht unbedingt stimmen müssen, aber
sofort einleuchten. Und vor allem darum geht es, wenn von sozialer
Gerechtigkeit die Rede ist."
Dass man von der Arbeit, die man leistet, leben kann, ist nicht nur eine
moralische Frage, sondern in erster Linie eine ökonomische!
Der Arbeitnehmer muss seine Lebenshaltungskosten (Miete, Nahrung, Strom,
usw.) bezahlen können, um seine Arbeit überhaupt anbieten zu können!
Das ist ein ökonomischer Sachzwang, bei dem Mindestlohngegner es
plötzlich gar nicht mehr so mit der Ökonomie haben, die sie
doch sonst so gerne als Argument aufführen. Dass das ganze
nichtsdestotrotz auch eine starke moralische Komponente hat, bleibt
davon vollkommen unberührt.
Ein anständiger Unternehmer muss anständige Löhne zahlen können, die seine für ihn
unverzichtbaren AN des "unteren Segments" menschenwürdig
ernähren können zur Erhaltung seiner Arbeitskraft.
Schafft er das nicht, hat er kein anständiges taugliches
Unternehmer-Segment + ist
in der sozialen Marktwirtschaft ein überflüssiges
Unternehmer-Element.
Das nach Art des britischen EmpireGehabes nach Indien auswandern
möge,
um dort das britische Ausbeutungs- + Ausplünderungs-Unternehmertum
in Champagner-Saus + Krickett-Golf-Braus versuchen zu reanimieren bis
ihm
die Luft abgewürgt wird.
Dem Gandhi in Billigst-Kluft den Garaus gemacht hat, weil er
Massen des "unteren KuliSegments" hinter sich gebracht hat in
Solidarität.
Wovon der deutsche Duckmäuser nur träumen kann, der sich als
Angestellten-Knecht
im Bürokratie-Segment in Burnout-Zustände versetzen
lässt.
In denen er daheim auf der PotatoPseudoManagerCouch dringend der
EsoterikBüchersendung von Amazon entgegenfiebert.
Geistig körperlich zu ausgebrannt energielos für nen
BuchladenGang
Herr Pflanz
das Faseln und das Hineininterpretieren "ich darf zu recht
vermuten, dass sie nicht für 5,20€ brutto je lohnstunde mit
einem täglichen anfahrstweg einfache fahrt von 46km arbeiten"
überlasse ich Ihnen.
Vielleicht kommen Sie aber auf die Idee sich sachlich mit diesem Thema
auseinanderzusetzen. Dann prüfen Sie was in Ländern, die
bereits einen Mindestlohn eingeführt haben, passiert ist. Da ist
egal ob dienstleistungsorientiert wie Irland oder mit einem
Industriesektor von >25% wie Bangladesh. Sie haben alle gemein, dass
sie die eingeführten Mindeslöhne immer wieder senken mussten,
weil Firmen die höheren Arbeitsentgelte nicht bezahlen konnten oder
wollten.
wo werden billiglöhne gezahlt
in der expororintierten wirtschaft ist der anteil der
"billiglöhner" deutlich geringer als im
dienstleistungssektor und hier im klassichen endverbrauchersegment (z.B.
frisör). wenn dann wären höchstens geringfügige
mittelbare auswirkungen zu spüren. bezüglich der
lohnstückkosten steht deutschland ziemlich gut da. es ist ja nicht
so, dass in "billiglohnländern" die löhne nicht
steigen würden. also mal keine panikmache.
ich darf zu recht vermuten, dass sie nicht für 5,20€ brutto je
lohnstunde mit einem täglichen anfahrstweg einfache fahrt von 46km
arbeiten? aus dieser position heraus ist leicht von schwindender
wettbewerbsfähigkeit zu faseln.
ökonomischer Sachzwang
Das Problem an Ihrer Argumentation ist, dass sie sich auf
wirtschaftliche Produke und Dienstleistungen wie das Haareschneiden
bezieht. Sie könnten auch den Bäcker, den Metzger, den
Polizisten usw. aufführen um Ihr Argumentation zu stärken.
Aber wie sieht es mit Berufsgruppen aus (von mir aus, denken Sie an den
einfachen Fabrikarbeiter), die nicht nur auf regionaler Ebene sondern
auf internationaler Ebene in einem ganz anderem Wettbewerb sich
behaupten müssen? Glauben Sie dann immer noch, dass die Unternehmer
es verkraften können, "anständige Mindestlöhne"
(ist der dann in Erfurt genauso hoch wie in München?) zu zahlen?
Im Gegensatz zu "Kein Ostdeutscher fährt nach Westdeutschland
zum Haareschneiden" haben die nämlich keine Probleme ihre
Produktion in ander Länder zu verlagern, in denen billiger
produziert werden kann.
Wenn man in Deutschland von dem Lohn für eine Vollzeitarbeit nicht leben kann, hat das einen von 2
Gründen:
a) Man ist in der falschen Branche, deren Leistungen von der
Bevölkerung schlicht und ergreifend nicht genügend nachgefragt
wird bzw. wo zu viele diese Leistungen anbieten. Hier hilft nur sich
räumlich und ggf. inhaltlich umzuorientieren
b) Selbst bei niedrigen Löhnen besteht das Problem nicht
unbedingt in der Höhe, sondern in den auch darauf zu zahlenden
Steuern und zwar inkl. der indirekten Steuern und Zwangsabgaben (z.B.
GEZ, IHK, Schornsteinfeger etc.). Bei Benzin ist die Steuerquote z.B.
ca. 60%. Dazu kommen noch zu hohe Preise aufgrund von Zwangsvorschriften
für die Unternehmen, die bewirken, dass diese letztlich nicht so
günstig anbieten können, wie es sonst (siehe z.B. USA)
möglich wäre.
Mit Niedrig-Löhnen von 3 bis 5 Euro u.a. im Mini-Job-Bereich wird de facto Steuer-
und Abgabe-Hinterziehung seitens der AG betrieben.
Die fast geschenkweise sich der Arbeitskräfte des "unteren
Segments" bedienen
wie Schädlinge der Bürger-Gemeinschaft - Vampiren gleich
festgebissen im Nacken
der Bürger-Gemeinschaft und deren Arbeits-Herz-Blut aussaugend.
Im Haifischbecken gehts da vergleichsweise gesittet und human zu.
Hier spricht keine linke grüne Socke, sondern ein rechter
Konservativer.
Für wen "lohnt" ? Für den AG für Hohn-Lohn, der sich für den AN noch nicht mal
zum menschenwürdigen Leben lohnt.
Lohn muss sich als gerechte Belohnung für die AN-Arbeit
"lohnen", deshalb heißt
der Lohn als Entlohnung.
Der AN-Lohn ist keine "Zugabe-Entlohnung" für den AG, um
allein daraus seine Gewinne
zu schöpfen.
Das wäre Ausbeutungs-Unternehmertum aus den Zeiten vor der
Industrie-Revolution.
Wer solchen Unsinn im Kopf hat und hier kommentarweise zum
Wichtigtu-Besten
gibt, ist bestimmt kein geborener Unternehmer, sondern ein auserkorener
Ausbeutungs-Unternehmertum-Knecht.
@Andreas Neubert:
Dass die AG natürlich nur jemanden einstellen, wenn sich das lohnt,
ist klar. Darum geht es aber hier gar nicht, sondern um die Frage nach
den Gründen dafür, warum der Lohn evtl. zu gering ist, um
davon leben zu können.
Zu den Steuern wird hoffentlich gleich noch ein Kommentar von mir
veröffentlicht. Auch bei 1000 EUR brutto ist die Steuerquote inkl.
indirekter Steuern, GEZ etc. ca. 17%, die Steuer+Zwangsabgabenquote ca.
50%. Hier gibt es also sehr wohl Steuersenkungsreserven.
@Bryan Hayes
"Man ist in der falschen Branche, deren Leistungen von der
Bevölkerung schlicht und ergreifend nicht genügend nachgefragt
wird bzw. wo zu viele diese Leistungen anbieten."
Wenn man die Leistung an diesem Ort nicht brauchen würde,
würde man sie dort auch nicht nachfragen. Ich stelle als
Arbeitgeber niemanden ein, den ich nicht brauche, nur weil er so
schön billig ist. Oder kurz: Kein Ostdeutscher fährt nach
Westdeutschland zum Haareschneiden, nur weil der westdeutsche
Friseurangestellte deutlich mehr verdient.
"Selbst bei niedrigen Löhnen besteht das Problem nicht
unbedingt in der Höhe, sondern in den auch darauf zu zahlenden
Steuern (..)"
Wie wenig Steuern sollen es denn noch sein? Im Niedriglohnbereich zahlen
Sie heute schon wenig bis gar keine Steuern. Ganz im Gegenteil: Der
Staat legt bei ganz geringen Löhnen sogar noch Geld drauf
("ergänzendes Hartz IV"), zahlt somit so etwas wie eine
"negative Einkommenssteuer".
"...sondern das ist sozial, was Arbeit schafft. Es ist einer jener
Sätze, die nicht unbedingt stimmen müssen, aber sofort einleuchten."
Kann mir einer erklären, was an Gabriels Satz das ist, was nicht
unbedingt stimmen muss?
Der Satz selbst ist OK. Nicht OK ist die von Gabriel implizierte Annahme, dass die Arbeitsverbote
(Mindestlohn ist nämlich das falsche Wort, es sind rechtlich
Arbeitsverbote) das Ziel erreichen. Des weiteren ist nicht OK, dass er
die Steuerlast, Zwangsabgabenlast sowie die überzogene
Bürokratie ausblendet, die die maßgeblichen Gründe
dafür sind, warum man hierzulande so wenig Gegenwert für
seinen Lohn erhält.
Warum „harte Bretter“? Es geht viel einfacher.
Es bedarf keines gesetzlichen - also einklagbaren - Mindestlohns. Es
genügt vollkommen, Arbeitnehmern, denen der Arbeitgeber nicht einen
gesetzlich fixierten Mindestlohn gewähren kann oder will, die
Kündigung des Arbeitsvertrags ohne Nachteile beim Arbeitslosengeld
zu erlauben. Folgerichtig dürfte auch kein Arbeitsloser eine
schlechter bezahlte Arbeit annehmen müssen. Allein das, eventuell
begleitet durch ein etwas höheres Arbeitslosengeld II, würde
relativ kurzfristig zu besseren Löhnen im Niedriglohnsektor
führen. Das sogar auf rein marktwirtschaftliche Art und Weise.
Ein solcher Mindestlohn würde bei 10,00 Euro pro Stunde zu einem
Monatsbrutto von 1.300,00 Euro führen. Das wäre genug für
Alleinlebende. Mehr darf man von einem Mindestlohn auch nicht erwarten.
Alles Weitere ist Aufgabe der Familienpolitik.
Nachtrag
Meine Berechnung beruhte auf einer Wochenarbeitszeit von 30 Stunden. 40
Stunden ergeben rund gut 1.700,00 Euro. Auf 1.300,00 Euro käme man
bei 40 Stunden sogar schon bei einem Mindestlohn von 7,50 Euro. Irgendwo
zwischen 7,50 und 10,00 Euro resp. 30 und 40 Stunden dürfte eine
vernünftige Lösung zu finden sein.
Was soll das - Verzeihung - Gesülze.
Im Augenblick erzeugt der Mangel an Mindestlöhnen von denen man in
Deutschland gut leben kann in Verbindung mit dem staatlich
eingeführten Arbeitsannahmezwang nur zu einem: Lohndumping und
dadurch Aufstocksubventionen an Unternehmer, die genau wissen wie sie
diese "Subventionstöpfe" anzapfen.
Dies hat über die letzten 15 Jahre zu einer Wettbewerbsverzerrung
ohnes gleichen geführt und Unternehmen - besonders Handwerk und
Mittelstand - die "faire" Löhne oder gar nach
"Tarif" zahlten entweder aus dem Markt gedrängt haben
oder diese sich gezwungen sahen mit "dem Strom zu schwimmen".
Und das alles auf Steuerzahlerkosten.
Wie war das Neo-Con-Motto nicht mal: "Subventionen = Das Böse"?
Offenbar nur solange man nicht selber von diesen provitiert.
Anständige, vernünftige Mindestlöhne schützen Staat
kurz- mittel- und langfristig vor explodierenden
"Sozialausgaben". Dadurch könnte auch dem anrollenden
Kostenblock Altersarmut in Deutschland noch ! entgegengesteuert werden.
Gesetzlicher Mindestlohn - Fluch oder Segen?
Wenn man das Thema Mindestlohn verfolgt kommt man leider auch immer
wieder zu handfesten Problemen, die mit einem solchen
"gesetzlichen" und flächendeckenden Mindestlohn auftreten würden.
Dem Grundsatz, dass jeder von seiner Arbeit leben soll kann man
vorbehaltlos zustimmen,
aber ob das mit diesem Instrument wird ist fraglich.
Allein eine gesetzliche Grundlage zu schaffen und so zwingend die
Tariffreiheit außer Kraft zu setzten erscheint äußerst
problematisch. Darüber hinaus sind die volkswirtschaftlichen Folgen
nicht abzusehen, wie man etwa am Beispiel Frankreich sehen kann.
Was bei diesem Thema, aber völlig außer Acht gelassen wird
ist das Thema Arbeitskampf.
Man stelle sich nur etwa Streik nicht gegen Verbände oder einzelne
Arbeitgeber, sondern gegen den Staat vor.
Sollte der Mindestlohn also tatsächlich zur Umsetzung reifen,
stehen der künftigen Regierung eine Menge Probleme ins Haus.
Die ewigen In-Fragesteller und Zweifler und Verzweifler in German Angst vorm Ausprobieren.
Ausprobieren geht über Zweifel- und
Verzweiflungs-Simulation-Studieren.
Ach du lieber Himmel, was sollen wir bloß tun außer
Nichtstun + alles so den
Bach runterlaufen lassen bis alles überschwemmt + abgesoffen ist.
Das ist die Sprache der entscheidungs-unfähigen deutschen
Zauderei-Künstler.
Tariffreiheit gibt es dort nicht mehr, wo die Streik-Solidarität
im "unteren Segment"
aufgrund des Fehlens jeder Lobby fehlt.
In einem Land, in dem jeder den feigen Duckmäuser im Mainstream
gibt und sich
verheizen lässt :
Einmalig in Europa, aber deutschtümlich geschichts-bewusst wie
gehabt.
Die Kosten für die Dauer-Aufstocker belasten den Bundeshaushalt und
subventionieren Firmen und auch Parteien.
Sogar Herr Westerwelle hält Löhne fpr 3Eur/h für unanständig.
Die öffentliche Meinung wird von den rot/grünen
öffentlich-rechtlichen medien bestimmt.
Vor neuen Wahlen ziehen die sämtliche Register.
Deshalb ist es logisch, Mindestlöhne einzuführen.
Eine wiederwahl von rot/grün würde wesentlich
größeren Schaden verursachen.
Herr Pflanz,
aus meiner Sicht sind die öffentlich-rechtlichen Medien tendentiell
schon rot-grün. Das fängt mit dem WDR als größter
Landesrundfunkanstalt an. Mit WAZ-Gruppe, Spiegel, Zeit geht es weiter.
Hinzu kommt, dass die Journalisten insgesamt eher links sind. Wer
wirtschaftlich interessiert ist, studiert eher BWL oder Jura. Die linken
ASTEN an den Universitäten haben doch ihre Gründe.
Und beim Mindestlohn ist es etwas komplizierter. Löhne von unter
5-6 € (Niveau der USA mit höherem Pro-Kopf-BSP) sollten
vielleicht verboten sein, aber gegen einen solchen niedrigen Mindestlohn
hätte auch keiner etwas, wenn es dabei bliebe. Ein solcher
Mindestlohn ist aber nicht das Ziel der Befürworter. Gewollt ist ja
ein Steuerungsinstrument von 7,5 - 10 €, an dem jährlich
hochgeschraubt werden soll. Und ein solcher hoher Mindestlohn würde
zu Arbeitslosigkeit führen, ebenso wie andere zu hohe Kosten in der
BRD (z.B. Energie). Und da ist es komisch, wenn jemand von toten Pferden
redet, bzw. das nicht sieht.
rot/ grüne medien?
Lieber Herr Letis,
irgendwas muss ich verpasst haben. Welche öffentlich rechtlichen
medien genau sind denn nun rot-grün? Ich sehe meistens ein recht
einheitliches grau.
Abgesehen davon würde die einführung eines
flächendeckenden mindestlohns schwarz-gelb im wahlkampf eher
schaden. Das heißt nämlich übesetzt: ich wähle doch
lieber gleich das original - also die roten.
Das problem ist schlichter: es gibt keine fundierten argumente, die
gegen einen mindestlohn (meinetwegen regional unterschiedlich) sprechen.
Die gelben helden reiten in dieser hinsicht schon seit jahren ein totes
pferd und können jetzt nicht mehr absteigen, weil sie sich im
gerippe des pferdes mit ihren übergroßen sporen hoffnungslos
verfangen haben.
Ganz egal, wie hoch der Mindestlohn ist....
es wird immer einen Journalisten geben, der einen vermeintlich skandalösen Fall von gefunden hat. Und sei es, dass derjenige, über den berichtet wird "nur den Mindestlohn" verdient. Noch eine Frage: Wie hoch muss der Mindestlohn sein, damit ein Familienvater von zwei Kindern als Alleinverdiener nicht auf staatliche Leistungen angewiesen ist? Kindergeld nehmen wir ja schon nicht mehr als Staatsgeld wahr.
Mindestlohn, gut und schön, aber wie hoch darfs sein?
Natürlich kann man sich einem Mindestlohn nicht vollständig
versperren, zur Zeit wird er staatlich über Hartz 4 bezahlt.
Natürlich soll aber jemand, der arbeitet, mehr in der Tasche haben,
als solche, die es nicht tun.
Nur halte ich die Aussage "man muss davon leben können"
für wenig durchdacht. Ein Single in der mecklenburgischen Provinz
wird über den Mindestlohn, den der Familienvater in München
bekommen müsste, laut lachen und gefühlt wie die Made im Speck leben.
Wie hoch soll also der Mindestlohn, von dem man dem man leben kann,
sein? Soll er regional angepasst werden, soll er auf die
Familiensituation zugeschnitten sein?
und ...
Und was passiert mit dem Mindestlohn des Familienvaters, wenn die
Ehefrau so dumm sein sollte auch arbeiten zu gehen?
Und man stelle sich vor: vielleicht werden ja die Kinder erwachsen,
ziehen aus und verdienen selbst ihren Unterhalt. Verdient der Vater dann
plötzlich weniger?
Die Lösung
des Problems ist ein funktionierender Binnenmarkt, der die bereits von Karl Marx beklagte industrielle Reservearmee durch erhöhte Nachfrage marginalisiert und auf diese Weise für eine Angleichung von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt sorgt. Damit wäre das Problem eigentlich erledigt, ohne sich Gedanken um regionale Unterschiede oder familiäre Situation machen zu müssen.