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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

„Harte Bretter“ zum Mindestlohn Lehrsätze und Leersätze

 ·  Die FDP nähert sich dem Mindestlohn und entfernt sich damit von ihren Lehrsätzen. Von der SPD könnte sie lernen: Was stimmt, muss nicht immer einleuchten.

Kolumne Bilder (1) Lesermeinungen (31)

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Walther Schmidt

Gerade die Tätigkeit der Friseure müsste doch jedem die Folgen eines Mindestlohns klarmachen

Also über den Blödsinn von Marx, den ich hier lesen durfte, habe ich herzlich gelacht. Marx hat sich ja bekanntlich bei den 500 Millionen Leidtragenden seiner Lehren entschuldigt. Ich hoffe, die T-Shirts sind bekannt.

Natürlich haben Mindestlöhne sehr wohl Auswirkungen auf den Markt (müssen sie, wenn sie wirken sollen). Durch einen Mindestlohn steigt der Preis für`s Haareschneiden. Und gerade beim Haareschneiden, obwohl es sich um einen regionalen Markt handelt, gibt es sehr wohl Ausweichmöglichkeiten für Kunden. Er kann sich die Haare weniger häufig schneiden lassen, kann zu Mutti gehen, kann sich die Haare im Urlaub (z.B. in Berlin für 6 €) schneiden lassen oder kann sich Haare "schwarz" schneiden lassen, etc. Bei einfachen Zusammenhänge bedarf es Marx nicht. Besonders bedauerlich ist, dass dann auch noch verkannt wird, dass heutzutage die genannten Kosten im Fall der Arbeitslosigkeit ohnehin staatlich gedeckt sind. Die Marx`schen Grundbedingungen sind nicht mehr gegeben.

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Micha Balser

"die lästige Frage zu beantworten, ob mit dem Mindestlohn denn nun tatsächlich Arbeit geschaffen

wird, von der man leben kann."

Wem ist die Frage denn lästig ?

FAZ, Kolumnisten, Billigheimer-Arbeitgeber wie Amazon, Paketzusteller etc ?

Arbeit für das "untere Segment" - Fernseh-Zitat Prof-Arbeitsrechtler - (terminus
technicus Untere-Mensch-Zwangs-Arbeitnehmer-Ersatz) ist ausweislich der Amazon-
Story zu den Unterschicht-Arbeitnehmer-Engpässen im Übermaß vorhanden, die allerdings niemand zu einem Arbeitskraft-Abzock-Lohnniveau mehr machen will im Gutmenschen-
Arbeitgeber-Deutschland.

FAZ-Kolumnist ist imer noch nicht aufgewacht, um die Realitäten + Tricks der menschen-
verachtenden Arbeitskraft-Ausbeutung des "unteren Segments" wahrzunehmen, die ohne
gesetzlichen Mindestlohn von mindestens EUR 8,50 nicht abgestellt werden können.

Damit sich Arbeit + Leben fürs "untere Segment" wieder "lohnt, statt daß der Hungerlohn zum Leben + Sterben nicht reicht.

Aufgrund der „lästigen“ u.a. JournalistenLeersätze, daß Mindestlohn Arbeit vernichte

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Rainer Egold

Stimmt nun Gabriels Aussage

ist sie einleuchtend, ein Lehr- oder ein Leersatz? Irgendetwas habe ich wohl da nicht verstanden. Ich vermag auch nicht nachzuvollziehen, wieso Betriebe, vornehmlich im Dienstleistungsbereich, subventioniert werden (Lohnaufstockung), die keine "auskömmlichen" Löhne zahlen. Ein Mindestlohn kann hier helfen, unwirtschaftliche Betriebe auszusondern, also das erreichen, was der Markt dank Lohnsubventionierung nicht leistet.

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Bryan Hayes
Bryan Hayes (bhayes) - 21.02.2013 14:14 Uhr

Nur mal ein Input zur Diskussion, warum Geringverdiener sich so wenig von ihrem Geld leisten können:

Bei 1000 EUR brutto ist das tatsächliche Arbeitsentgelt (inkl. AG-Anteile) ca. 1220 EUR. Hiervon gehen ca. 205 EUR Steuern ab und zwar inkl. GEZ, einige indirekte Steuern, Energiesteuern, EEG, d.h. ca. 17% Steuerquote. Die Grenzsteuerquote ist sogar ca. 26%, die Steuer- und Zwangsabgabenquote ca. 50% (inkl. Sozialkasseneinzahlungen). Hierbei noch nicht berücksichtigt sind die zu hohen Abfallgebühren etc. sowie sonstige zu hohe Preise, die nur aufgrund unbegründbarer staatlicher Regulierung zustandekommen. Das kann man wahrscheinlich mit nochmals 100 EUR ansetzen.
Bei einem solchen Gehalt wären wahrscheinlich ca. 100 EUR Steuern gerechtfertigt.
D.h., bei einem gerechten und guten Steuersystem würde so jemand ca. 200 EUR im Monat mehr zur Verfügung haben. Statt also (nach Steuern und Zwangsabgaben) nur ca. 600 EUR hätte er/sie ca. 800 EUR zur Verfügung, immerhin 33% mehr.
Hier also sollte angesetzt werden und nicht bei Arbeitsverboten.

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Roland Magiera

Die Politik kräht nach Mindestlöhnen,

weil denen die Kosten des eigenen Versagens zu hoch werden.

Da den Unternehmen nicht automatisch mehr Geld zur Verfügung steht, wenn flächendeckend Mindestlöhne eingeführt werden, ist die Folge absehbar. Die unteren Einkommen werden auf Kosten einer ohnehin schon darbenden einkommensmäßigen, nicht beim Staat angestellten, Mittelschicht aufgewertet. Was sonst?

Das wird den aktuellen Trend, dass Deutschland vom Kopf her ausblutet massiv verstärken. Man kann kein Volk mit Propaganda ernähren. Die Revolution in der DDR ist nicht zuletzt friedlich verlaufen, weil der Staat total Pleite war. Ich verstehe überhaupt nicht, warum die Politiker hierzulande alles geben, um in die gleiche Lage zu kommen.
Eine Situation, in welcher die Intelligenz sich weigert, nach ihren Möglichkeiten zu arbeiten, weil sie nichts davon hat, außer ein gefühltes gutes sozialistisches Gefühl, welches aber instantan verfliegt, wenn man die Empfänger der Wohltaten häufiger zu Gesicht und Gehör bekommt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 18:17 Uhr
Micha Balser

Blödsinn : der moderne schamlose angestellte Unternehmer-Typ lädt das

unternehmerische Risiko auf die Schultern des "untersten Segments" (Untermensch-Arbeit-
nehmer) ab, weil der keine Lobby mehr hat, um mit Dumping-Preis-Angeboten
die anständige Konkurrenz auszuschalten.

Das ist Raubtier-Unternehmertum vom Feinsten und Abgefeimtesten.

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R. Pflanz
R. Pflanz (pfrei) - 21.02.2013 14:01 Uhr

Was will mir der Autor eigentlich sagen?

Wäre bitte jemand so nett mich aufzuklären. Danke!

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Andreas Neubert

Mindestlohn ist nicht nur irgendeine moralische Gefühlsduselei sondern ein ökonomischer Sachzwang

"„Nicht das ist sozial, was Arbeit schafft, sondern das ist sozial, was Arbeit schafft, von der man leben kann!“" Es ist einer jener Sätze, die nicht unbedingt stimmen müssen, aber sofort einleuchten. Und vor allem darum geht es, wenn von sozialer Gerechtigkeit die Rede ist."

Dass man von der Arbeit, die man leistet, leben kann, ist nicht nur eine moralische Frage, sondern in erster Linie eine ökonomische!

Der Arbeitnehmer muss seine Lebenshaltungskosten (Miete, Nahrung, Strom, usw.) bezahlen können, um seine Arbeit überhaupt anbieten zu können!

Das ist ein ökonomischer Sachzwang, bei dem Mindestlohngegner es plötzlich gar nicht mehr so mit der Ökonomie haben, die sie doch sonst so gerne als Argument aufführen. Dass das ganze nichtsdestotrotz auch eine starke moralische Komponente hat, bleibt davon vollkommen unberührt.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 19:21 Uhr
Micha Balser

Ein anständiger Unternehmer muss anständige Löhne zahlen können, die seine für ihn

unverzichtbaren AN des "unteren Segments" menschenwürdig ernähren können zur Erhaltung seiner Arbeitskraft.

Schafft er das nicht, hat er kein anständiges taugliches Unternehmer-Segment + ist
in der sozialen Marktwirtschaft ein überflüssiges Unternehmer-Element.

Das nach Art des britischen EmpireGehabes nach Indien auswandern möge,
um dort das britische Ausbeutungs- + Ausplünderungs-Unternehmertum
in Champagner-Saus + Krickett-Golf-Braus versuchen zu reanimieren bis ihm
die Luft abgewürgt wird.

Dem Gandhi in Billigst-Kluft den Garaus gemacht hat, weil er
Massen des "unteren KuliSegments" hinter sich gebracht hat in Solidarität.

Wovon der deutsche Duckmäuser nur träumen kann, der sich als Angestellten-Knecht
im Bürokratie-Segment in Burnout-Zustände versetzen lässt.
In denen er daheim auf der PotatoPseudoManagerCouch dringend der
EsoterikBüchersendung von Amazon entgegenfiebert.

Geistig körperlich zu ausgebrannt energielos für nen BuchladenGang

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Robert Feichter

Herr Pflanz

das Faseln und das Hineininterpretieren "ich darf zu recht vermuten, dass sie nicht für 5,20€ brutto je lohnstunde mit einem täglichen anfahrstweg einfache fahrt von 46km arbeiten" überlasse ich Ihnen.

Vielleicht kommen Sie aber auf die Idee sich sachlich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Dann prüfen Sie was in Ländern, die bereits einen Mindestlohn eingeführt haben, passiert ist. Da ist egal ob dienstleistungsorientiert wie Irland oder mit einem Industriesektor von >25% wie Bangladesh. Sie haben alle gemein, dass sie die eingeführten Mindeslöhne immer wieder senken mussten, weil Firmen die höheren Arbeitsentgelte nicht bezahlen konnten oder wollten.

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R. Pflanz
R. Pflanz (pfrei) - 21.02.2013 15:38 Uhr

wo werden billiglöhne gezahlt

in der expororintierten wirtschaft ist der anteil der "billiglöhner" deutlich geringer als im dienstleistungssektor und hier im klassichen endverbrauchersegment (z.B. frisör). wenn dann wären höchstens geringfügige mittelbare auswirkungen zu spüren. bezüglich der lohnstückkosten steht deutschland ziemlich gut da. es ist ja nicht so, dass in "billiglohnländern" die löhne nicht steigen würden. also mal keine panikmache.

ich darf zu recht vermuten, dass sie nicht für 5,20€ brutto je lohnstunde mit einem täglichen anfahrstweg einfache fahrt von 46km arbeiten? aus dieser position heraus ist leicht von schwindender wettbewerbsfähigkeit zu faseln.

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Robert Feichter

ökonomischer Sachzwang

Das Problem an Ihrer Argumentation ist, dass sie sich auf wirtschaftliche Produke und Dienstleistungen wie das Haareschneiden bezieht. Sie könnten auch den Bäcker, den Metzger, den Polizisten usw. aufführen um Ihr Argumentation zu stärken. Aber wie sieht es mit Berufsgruppen aus (von mir aus, denken Sie an den einfachen Fabrikarbeiter), die nicht nur auf regionaler Ebene sondern auf internationaler Ebene in einem ganz anderem Wettbewerb sich behaupten müssen? Glauben Sie dann immer noch, dass die Unternehmer es verkraften können, "anständige Mindestlöhne" (ist der dann in Erfurt genauso hoch wie in München?) zu zahlen?

Im Gegensatz zu "Kein Ostdeutscher fährt nach Westdeutschland zum Haareschneiden" haben die nämlich keine Probleme ihre Produktion in ander Länder zu verlagern, in denen billiger produziert werden kann.

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Bryan Hayes
Bryan Hayes (bhayes) - 21.02.2013 13:25 Uhr

Wenn man in Deutschland von dem Lohn für eine Vollzeitarbeit nicht leben kann, hat das einen von 2

Gründen:
a) Man ist in der falschen Branche, deren Leistungen von der Bevölkerung schlicht und ergreifend nicht genügend nachgefragt wird bzw. wo zu viele diese Leistungen anbieten. Hier hilft nur sich räumlich und ggf. inhaltlich umzuorientieren
b) Selbst bei niedrigen Löhnen besteht das Problem nicht unbedingt in der Höhe, sondern in den auch darauf zu zahlenden Steuern und zwar inkl. der indirekten Steuern und Zwangsabgaben (z.B. GEZ, IHK, Schornsteinfeger etc.). Bei Benzin ist die Steuerquote z.B. ca. 60%. Dazu kommen noch zu hohe Preise aufgrund von Zwangsvorschriften für die Unternehmen, die bewirken, dass diese letztlich nicht so günstig anbieten können, wie es sonst (siehe z.B. USA) möglich wäre.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 19:43 Uhr
Micha Balser

Mit Niedrig-Löhnen von 3 bis 5 Euro u.a. im Mini-Job-Bereich wird de facto Steuer-

und Abgabe-Hinterziehung seitens der AG betrieben.

Die fast geschenkweise sich der Arbeitskräfte des "unteren Segments" bedienen
wie Schädlinge der Bürger-Gemeinschaft - Vampiren gleich festgebissen im Nacken
der Bürger-Gemeinschaft und deren Arbeits-Herz-Blut aussaugend.

Im Haifischbecken gehts da vergleichsweise gesittet und human zu.

Hier spricht keine linke grüne Socke, sondern ein rechter Konservativer.

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Micha Balser

Für wen "lohnt" ? Für den AG für Hohn-Lohn, der sich für den AN noch nicht mal

zum menschenwürdigen Leben lohnt.

Lohn muss sich als gerechte Belohnung für die AN-Arbeit "lohnen", deshalb heißt
der Lohn als Entlohnung.

Der AN-Lohn ist keine "Zugabe-Entlohnung" für den AG, um allein daraus seine Gewinne
zu schöpfen.
Das wäre Ausbeutungs-Unternehmertum aus den Zeiten vor der Industrie-Revolution.

Wer solchen Unsinn im Kopf hat und hier kommentarweise zum Wichtigtu-Besten
gibt, ist bestimmt kein geborener Unternehmer, sondern ein auserkorener
Ausbeutungs-Unternehmertum-Knecht.

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Bryan Hayes
Bryan Hayes (bhayes) - 21.02.2013 14:27 Uhr

@Andreas Neubert:

Dass die AG natürlich nur jemanden einstellen, wenn sich das lohnt, ist klar. Darum geht es aber hier gar nicht, sondern um die Frage nach den Gründen dafür, warum der Lohn evtl. zu gering ist, um davon leben zu können.
Zu den Steuern wird hoffentlich gleich noch ein Kommentar von mir veröffentlicht. Auch bei 1000 EUR brutto ist die Steuerquote inkl. indirekter Steuern, GEZ etc. ca. 17%, die Steuer+Zwangsabgabenquote ca. 50%. Hier gibt es also sehr wohl Steuersenkungsreserven.

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Andreas Neubert

@Bryan Hayes

"Man ist in der falschen Branche, deren Leistungen von der Bevölkerung schlicht und ergreifend nicht genügend nachgefragt wird bzw. wo zu viele diese Leistungen anbieten."

Wenn man die Leistung an diesem Ort nicht brauchen würde, würde man sie dort auch nicht nachfragen. Ich stelle als Arbeitgeber niemanden ein, den ich nicht brauche, nur weil er so schön billig ist. Oder kurz: Kein Ostdeutscher fährt nach Westdeutschland zum Haareschneiden, nur weil der westdeutsche Friseurangestellte deutlich mehr verdient.

"Selbst bei niedrigen Löhnen besteht das Problem nicht unbedingt in der Höhe, sondern in den auch darauf zu zahlenden Steuern (..)"

Wie wenig Steuern sollen es denn noch sein? Im Niedriglohnbereich zahlen Sie heute schon wenig bis gar keine Steuern. Ganz im Gegenteil: Der Staat legt bei ganz geringen Löhnen sogar noch Geld drauf ("ergänzendes Hartz IV"), zahlt somit so etwas wie eine "negative Einkommenssteuer".

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Gottfried Lobeck
Gottfried Lobeck (golo7) - 21.02.2013 13:12 Uhr

Denkaufgabe

"...sondern das ist sozial, was Arbeit schafft. Es ist einer jener Sätze, die nicht unbedingt stimmen müssen, aber sofort einleuchten."
Kann mir einer erklären, was an Gabriels Satz das ist, was nicht unbedingt stimmen muss?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 14:01 Uhr
Bryan Hayes
Bryan Hayes (bhayes) - 21.02.2013 14:01 Uhr

Der Satz selbst ist OK. Nicht OK ist die von Gabriel implizierte Annahme, dass die Arbeitsverbote

(Mindestlohn ist nämlich das falsche Wort, es sind rechtlich Arbeitsverbote) das Ziel erreichen. Des weiteren ist nicht OK, dass er die Steuerlast, Zwangsabgabenlast sowie die überzogene Bürokratie ausblendet, die die maßgeblichen Gründe dafür sind, warum man hierzulande so wenig Gegenwert für seinen Lohn erhält.

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Jörg Müller
Jörg Müller (JM.2013) - 21.02.2013 13:05 Uhr

Warum „harte Bretter“? Es geht viel einfacher.


Es bedarf keines gesetzlichen - also einklagbaren - Mindestlohns. Es genügt vollkommen, Arbeitnehmern, denen der Arbeitgeber nicht einen gesetzlich fixierten Mindestlohn gewähren kann oder will, die Kündigung des Arbeitsvertrags ohne Nachteile beim Arbeitslosengeld zu erlauben. Folgerichtig dürfte auch kein Arbeitsloser eine schlechter bezahlte Arbeit annehmen müssen. Allein das, eventuell begleitet durch ein etwas höheres Arbeitslosengeld II, würde relativ kurzfristig zu besseren Löhnen im Niedriglohnsektor führen. Das sogar auf rein marktwirtschaftliche Art und Weise.

Ein solcher Mindestlohn würde bei 10,00 Euro pro Stunde zu einem Monatsbrutto von 1.300,00 Euro führen. Das wäre genug für Alleinlebende. Mehr darf man von einem Mindestlohn auch nicht erwarten. Alles Weitere ist Aufgabe der Familienpolitik.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 13:40 Uhr
Jörg Müller
Jörg Müller (JM.2013) - 21.02.2013 13:40 Uhr

Nachtrag


Meine Berechnung beruhte auf einer Wochenarbeitszeit von 30 Stunden. 40 Stunden ergeben rund gut 1.700,00 Euro. Auf 1.300,00 Euro käme man bei 40 Stunden sogar schon bei einem Mindestlohn von 7,50 Euro. Irgendwo zwischen 7,50 und 10,00 Euro resp. 30 und 40 Stunden dürfte eine vernünftige Lösung zu finden sein.

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Hans Maier

Was soll das - Verzeihung - Gesülze.

Im Augenblick erzeugt der Mangel an Mindestlöhnen von denen man in Deutschland gut leben kann in Verbindung mit dem staatlich eingeführten Arbeitsannahmezwang nur zu einem: Lohndumping und dadurch Aufstocksubventionen an Unternehmer, die genau wissen wie sie diese "Subventionstöpfe" anzapfen.

Dies hat über die letzten 15 Jahre zu einer Wettbewerbsverzerrung ohnes gleichen geführt und Unternehmen - besonders Handwerk und Mittelstand - die "faire" Löhne oder gar nach "Tarif" zahlten entweder aus dem Markt gedrängt haben oder diese sich gezwungen sahen mit "dem Strom zu schwimmen".

Und das alles auf Steuerzahlerkosten.

Wie war das Neo-Con-Motto nicht mal: "Subventionen = Das Böse"?

Offenbar nur solange man nicht selber von diesen provitiert.

Anständige, vernünftige Mindestlöhne schützen Staat kurz- mittel- und langfristig vor explodierenden "Sozialausgaben". Dadurch könnte auch dem anrollenden Kostenblock Altersarmut in Deutschland noch ! entgegengesteuert werden.

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Felix Lind
Felix Lind (Blokk) - 21.02.2013 12:51 Uhr

Gesetzlicher Mindestlohn - Fluch oder Segen?

Wenn man das Thema Mindestlohn verfolgt kommt man leider auch immer wieder zu handfesten Problemen, die mit einem solchen "gesetzlichen" und flächendeckenden Mindestlohn auftreten würden.

Dem Grundsatz, dass jeder von seiner Arbeit leben soll kann man vorbehaltlos zustimmen,
aber ob das mit diesem Instrument wird ist fraglich.

Allein eine gesetzliche Grundlage zu schaffen und so zwingend die Tariffreiheit außer Kraft zu setzten erscheint äußerst problematisch. Darüber hinaus sind die volkswirtschaftlichen Folgen nicht abzusehen, wie man etwa am Beispiel Frankreich sehen kann.

Was bei diesem Thema, aber völlig außer Acht gelassen wird ist das Thema Arbeitskampf.
Man stelle sich nur etwa Streik nicht gegen Verbände oder einzelne Arbeitgeber, sondern gegen den Staat vor.

Sollte der Mindestlohn also tatsächlich zur Umsetzung reifen, stehen der künftigen Regierung eine Menge Probleme ins Haus.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 20:18 Uhr
Micha Balser

Die ewigen In-Fragesteller und Zweifler und Verzweifler in German Angst vorm Ausprobieren.

Ausprobieren geht über Zweifel- und Verzweiflungs-Simulation-Studieren.

Ach du lieber Himmel, was sollen wir bloß tun außer Nichtstun + alles so den
Bach runterlaufen lassen bis alles überschwemmt + abgesoffen ist.

Das ist die Sprache der entscheidungs-unfähigen deutschen Zauderei-Künstler.

Tariffreiheit gibt es dort nicht mehr, wo die Streik-Solidarität im "unteren Segment"
aufgrund des Fehlens jeder Lobby fehlt.

In einem Land, in dem jeder den feigen Duckmäuser im Mainstream gibt und sich
verheizen lässt :

Einmalig in Europa, aber deutschtümlich geschichts-bewusst wie gehabt.

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Klaus Letis

Irgendwas muss getan werden

Die Kosten für die Dauer-Aufstocker belasten den Bundeshaushalt und subventionieren Firmen und auch Parteien.

Sogar Herr Westerwelle hält Löhne fpr 3Eur/h für unanständig.

Die öffentliche Meinung wird von den rot/grünen öffentlich-rechtlichen medien bestimmt.
Vor neuen Wahlen ziehen die sämtliche Register.

Deshalb ist es logisch, Mindestlöhne einzuführen.
Eine wiederwahl von rot/grün würde wesentlich größeren Schaden verursachen.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 20:30 Uhr
Walther Schmidt

Herr Pflanz,

aus meiner Sicht sind die öffentlich-rechtlichen Medien tendentiell schon rot-grün. Das fängt mit dem WDR als größter Landesrundfunkanstalt an. Mit WAZ-Gruppe, Spiegel, Zeit geht es weiter. Hinzu kommt, dass die Journalisten insgesamt eher links sind. Wer wirtschaftlich interessiert ist, studiert eher BWL oder Jura. Die linken ASTEN an den Universitäten haben doch ihre Gründe.

Und beim Mindestlohn ist es etwas komplizierter. Löhne von unter 5-6 € (Niveau der USA mit höherem Pro-Kopf-BSP) sollten vielleicht verboten sein, aber gegen einen solchen niedrigen Mindestlohn hätte auch keiner etwas, wenn es dabei bliebe. Ein solcher Mindestlohn ist aber nicht das Ziel der Befürworter. Gewollt ist ja ein Steuerungsinstrument von 7,5 - 10 €, an dem jährlich hochgeschraubt werden soll. Und ein solcher hoher Mindestlohn würde zu Arbeitslosigkeit führen, ebenso wie andere zu hohe Kosten in der BRD (z.B. Energie). Und da ist es komisch, wenn jemand von toten Pferden redet, bzw. das nicht sieht.

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R. Pflanz
R. Pflanz (pfrei) - 21.02.2013 14:09 Uhr

rot/ grüne medien?

Lieber Herr Letis,
irgendwas muss ich verpasst haben. Welche öffentlich rechtlichen medien genau sind denn nun rot-grün? Ich sehe meistens ein recht einheitliches grau.

Abgesehen davon würde die einführung eines flächendeckenden mindestlohns schwarz-gelb im wahlkampf eher schaden. Das heißt nämlich übesetzt: ich wähle doch lieber gleich das original - also die roten.

Das problem ist schlichter: es gibt keine fundierten argumente, die gegen einen mindestlohn (meinetwegen regional unterschiedlich) sprechen. Die gelben helden reiten in dieser hinsicht schon seit jahren ein totes pferd und können jetzt nicht mehr absteigen, weil sie sich im gerippe des pferdes mit ihren übergroßen sporen hoffnungslos verfangen haben.

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Walther Schmidt

Ganz egal, wie hoch der Mindestlohn ist....

es wird immer einen Journalisten geben, der einen vermeintlich skandalösen Fall von gefunden hat. Und sei es, dass derjenige, über den berichtet wird "nur den Mindestlohn" verdient. Noch eine Frage: Wie hoch muss der Mindestlohn sein, damit ein Familienvater von zwei Kindern als Alleinverdiener nicht auf staatliche Leistungen angewiesen ist? Kindergeld nehmen wir ja schon nicht mehr als Staatsgeld wahr.

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Wolfgang Kurt Harms

Mindestlohn, gut und schön, aber wie hoch darfs sein?

Natürlich kann man sich einem Mindestlohn nicht vollständig versperren, zur Zeit wird er staatlich über Hartz 4 bezahlt. Natürlich soll aber jemand, der arbeitet, mehr in der Tasche haben, als solche, die es nicht tun.
Nur halte ich die Aussage "man muss davon leben können" für wenig durchdacht. Ein Single in der mecklenburgischen Provinz wird über den Mindestlohn, den der Familienvater in München bekommen müsste, laut lachen und gefühlt wie die Made im Speck leben.
Wie hoch soll also der Mindestlohn, von dem man dem man leben kann, sein? Soll er regional angepasst werden, soll er auf die Familiensituation zugeschnitten sein?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 13:42 Uhr
Claudia Otlo

und ...

Und was passiert mit dem Mindestlohn des Familienvaters, wenn die Ehefrau so dumm sein sollte auch arbeiten zu gehen?

Und man stelle sich vor: vielleicht werden ja die Kinder erwachsen, ziehen aus und verdienen selbst ihren Unterhalt. Verdient der Vater dann plötzlich weniger?

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Roland Müller

Die Lösung

des Problems ist ein funktionierender Binnenmarkt, der die bereits von Karl Marx beklagte industrielle Reservearmee durch erhöhte Nachfrage marginalisiert und auf diese Weise für eine Angleichung von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt sorgt. Damit wäre das Problem eigentlich erledigt, ohne sich Gedanken um regionale Unterschiede oder familiäre Situation machen zu müssen.

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Jahrgang 1962, verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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