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Harte Bretter Was ist der Dr. noch wert?

 ·  Die Doktorarbeit „Typologisch vergleichende Aufbereitung von Plagiatsfällen in Dissertationen ausgesuchter Politiker“ wird zu dem Schluss kommen: Ob Dr. oder nicht - alles egal.

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© Frank Darchinger/darchinger.com

Eines Tages wird es eine Doktorarbeit geben mit dem Thema: „Typologisch vergleichende Aufbereitung von Plagiatsfällen in Dissertationen ausgesuchter Politiker“. Das Kapitel über den Berliner CDU-Fraktionsvorsitzenden Florian Graf wird wohl die Überschrift tragen müssen: Alles egal.

Graf gab eine Täuschung sofort zu und bat um die Aberkennung des Doktortitels (siehe Kasten unten). CDU und SPD zogen gleichzeitig einen Schlussstrich. Die Fraktion sprach ihm das Vertrauen aus. Fertig. Erledigt. Rite.

Über das Ausmaß der Mängel an Grafs Arbeit („Der Entwicklungsprozess einer Oppositionspartei nach dem abrupten Ende langjähriger Regierungsverantwortung am Beispiel der CDU“) gaben weder Graf noch die Universität Potsdam Auskunft. Das Kapitel „Alles egal“ sollte deshalb zu dem Schluss kommen, dass es eigentlich auch egal ist, ob man einen deutschen Doktortitel trägt oder nicht.

Dessen Wert ist offenbar so tief gesunken, dass Täuschung und Betrug zu Kavaliersdelikten werden, wenn man so clever ist, die Flucht nach vorne anzutreten. Den Titel muss man dann nur noch in denselben Papierkorb werfen, in den die Arbeit gehört.

Vertrauen der Fraktion

Der 38 Jahre alte CDU-Abgeordnete Florian Graf bleibt auch nach der Aberkennung seines Doktorgrads durch die Universität Potsdam Vorsitzender der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Dreißig der 34 anwesenden Abgeordneten sprachen ihm das Vertrauen aus. Innensenator Frank Henkel, der Grafs Vorgänger war, sagte, durch die Art des Umgangs mit seinen Fehlern verdiene Graf eine „zweite Chance“. Graf hatte zugegeben, fehlerhaft gearbeitet zu haben, und um den Entzug des Doktortitels gebeten. (mk.)

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Jahrgang 1962, verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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