Home
http://www.faz.net/-h7u-6xuwu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Harte Bretter Sponsoring abschaffen! (Steuern erhöhen!)

Transparency International fordert ein Verbot von Sponsoring für Politik und Parteien. Doch wer soll dann bezahlen? Der Steuerzahler?

© dapd Vergrößern

Schon heute gibt es Regeln für die „Sponsoring“ genannte privatwirtschaftliche Unterstützung von Politik und Verwaltung. Sie sind nicht sehr streng, obgleich die in Sport und Kultur gewachsenen Gewohnheiten hier eine ganz andere Dynamik entfalten als im Fußballstadion oder in der Kunstgalerie.

Jasper von Altenbockum Folgen:  

Wer sich als Politiker darauf einlässt, muss seine Souveränität im Auge haben, um nicht den Anschein von Abhängigkeit zu wecken. Organisationen wie „Transparency International“ sind, was das angeht, aus Erfahrung pessimistisch (und weil sie Lobby-Organisationen sind, was sie gerne nicht ganz so transparent machen möchten).

Doch wenn sie zur besseren Kontrolle der Grauzone einfach empfehlen, das Sponsoring im öffentlichen Raum zu verbieten, ist das moralischer Rigorismus. Tauglicher wäre es, Sponsoring erst einmal als Steuersparmodell abzuschaffen. Derzeit können Sponsorengelder noch in voller Höhe als Betriebskosten abgesetzt werden (Parteispenden aber nicht).

Auch und gerade dann müssen sich die Wächter der Demokratie aber im Klaren sein, dass Sponsoring nur überflüssig ist, wenn jemand anderes zahlt, etwa der Steuerzahler. Oder man lässt es ganz und verzichtet auf Feste, Feiern und den Freizeitspaß, finanziert aus öffentlichen Kassen. Der Steuerzahler wird sich - so oder so - herzlich dafür bedanken. Eine nicht sehr weltzugewandte Vorstellung.

Mehr zum Thema

Pressekonferenz von Transparency International Deutschland zu "Integritaetsoffensive der Politik" © dapd Vergrößern Die Vorsitzende von Transparency International Deutschland, Edda Müller, am Dienstag in Berlin auf einer Pressekonferenz über Sponsoring und Lobbyismus in der Politik. Die Organisation fordert ein Verbot von Sponsoring für Politik und Parteien. „Es kann nicht sein, dass sich Regierungen und Parteien ihre Feste und Parteitage von der Wirtschaft sponsern lassen“, sagte Frau Müller. Sie verlangte eine „Integritätsoffensive der Politik“, um Vertrauen in zurückzugewinnen. (epd)

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Asyl in der EU Wohin mit den Flüchtlingen?

Die EU ist noch weit von einer vorausschauenden Flüchtlingspolitik entfernt. Eine Quotenregelung wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Mehr Von Jasper von Altenbockum

23.09.2014, 16:02 Uhr | Politik
Bretter die die Welt bedeuten

Mit Ausstattungen für kleine Off-Theater in Berlin fing alles an: mittlerweile baut die Firma Hertzer Bühnen für die ganze Welt, zum Beispiel ein pompöses Bühnenbild für die Oper Baden-Baden, das danach weiter an die Metropolitan Opera in New York geht. Mehr

16.04.2014, 15:56 Uhr | Feuilleton
SPD-Reaktion auf Gaschkes Vorwürfe Ein Lehrstück über Selbstgerechtigkeit, Larmoyanz und Hybris

Susanne Gaschke wirft der Kieler SPD und der Landesregierung von Schleswig-Holstein in ihrem Buch Volles Risiko eine beispiellose Intrige vor. Jetzt antwortet Ralf Stegner in der F.A.Z. Mehr Von Jasper von Altenbockum

22.09.2014, 17:29 Uhr | Politik
Mit Ebola infizierter Arzt nach Amerika ausgeflogen

Es ist bereits der dritte Mediziner der christlichen Organisation SIM, der sich mit dem Virus infiziert hat. In Liberia soll sich der Mediziner nicht um Ebola-Patienten gekümmert haben, sondern betreute Geburten. Wie er sich infizieren konnte, ist nicht klar. Mehr

13.09.2014, 08:29 Uhr | Gesellschaft
Übergriffe gegen Asylbewerber Verantwortungslose Flüchtlingspolitik

Wenn es stimmt, was sich in Burbach und Essen zugetragen haben soll, hat das Land Nordrhein-Westfalen eine seiner wichtigsten Aufgaben vernachlässigt: für die Sicherheit von Schutzbefohlenen zu sorgen.  Mehr Von Jasper von Altenbockum

29.09.2014, 14:35 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.02.2012, 16:20 Uhr