Home
http://www.faz.net/-h7u-6xidg
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Harte Bretter Großmänner in Mainz, Bellevue und anderswo

Wenn das Risiko auf den Steuerzahler abgewälzt wird, zeigt die Welt der Reichen, Schönen und Prominenten, was sie von Politik eigentlich hält: Sie darf bedienen - und dann zahlen.

© dapd Vergrößern

Kurt Beck rechnete einmal für die Investitionen in die „Erlebniswelt“ am Nürburgring mit einer Amortisierung binnen dreier Jahre. Es ging um mehr als 330 Millionen Euro, die das Land dort vorgeschossen hatte und - wie sich längst gezeigt hat - nicht wieder zurückbekommen wird.

Wenn sich Rheinland-Pfalz nicht elegant aus der Fehlinvestition zurückziehen kann, wird sie als peinlicher Tiefpunkt in die Karriere des Landesvaters eingehen. Die blinde Begeisterung, mit der das Projekt über Jahre in Mainz betrieben wurde, ist nur mit Großmannssucht zu erklären oder mit der verzweifelten Ratlosigkeit der Landespolitik, was sie denn nur mit der Eifel anfangen solle.

Unter dem Banner der „Strukturpolitik“ wurde das ganz große Rad in der Welt der Reichen, Schönen und Prominenten gedreht. Wer dort einen großen Fisch an Land zieht, tut das angeblich fürs Gemeinwohl, doch eigentlich für sich selbst und die Scheinwerfer und das „Sponsoring“. Das ist in Mainz nicht anders als in Hannover oder Bellevue.

Wenn dabei das Risiko auf den Steuerzahler abgewälzt wird, zeigt die Welt der Schönen, Reichen und Prominenten, was sie von Politik eigentlich hält: Die darf bedienen - und dann zahlen.

Mehr zum Thema

Land hat Pachtvertrag mit Nuerburgring-Betreibern gekuendigt © dapd Vergrößern Kurt Beck ganz dicht am Ferrari

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Vorschau auf die Theatersaison Hoppla, wir sterben!

Das Theater hat große Angst, nichts mehr zu bedeuten. Also läuft es vor sich davon und treibt sich dort herum, wo es nicht hingehört. Und schafft sich so ab. Was aber wird dann aus dem Zuschauer? Mehr

19.07.2014, 15:01 Uhr | Feuilleton
Digitale Revolution Eine Ökonomie der Verachtung

Wird die menschliche Arbeitskraft in der digitalen Zukunft wirklich überflüssig? Nicht Technologien vernichten Arbeitsplätze, sondern Menschen mit Geschäftsinteressen. Plädoyer für eine selbstbestimmte Ökonomie. Mehr

18.07.2014, 14:40 Uhr | Feuilleton
Vier-Sterne-Deutschland Die Welt lacht zurück

Eine Niederlage im Endspiel wäre keine nationale Katastrophe gewesen. Doch auch wir Deutsche stehen lieber mit einem Grinsen auf. Mehr

14.07.2014, 16:49 Uhr | Politik