Home
http://www.faz.net/-h7u-744ex
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Harte Bretter Die Vervolkswirtschaftung der Familie

In Schweden teilte einst ein Ministerpräsident die Frauen in gute und schlechte auf und sorgte für Empörung. Die SPD macht das nun auch und schützt sich dabei mit der Verfassung.

© dpa Vergrößern Einigkeit der Generalsekretäre: Das Betreuungsgeld kommt.

Es wird auch in Deutschland noch so weit kommen wie in Schweden, wo ein Ministerpräsident vor nicht allzu langer Zeit einmal die Frauen in zwei Klassen einteilte: die guten mit volkswirtschaftlichem Nutzen, die Steuern zahlen; und die schlechten: die Hausfrauen.

Selbst in Schweden, wo bekanntlich nur gute Menschen leben, rief das Entrüstung hervor. Vielleicht deshalb, weil dort immer mehr Frauen (von den Männern einmal ganz zu schweigen) nach Jahrzehnten ihrer Vervolkswirtschaftung gemerkt hatten, dass es ganz angenehm sein kann, nicht durch die Mühlen des Erwerbslebens gezogen zu werden und trotzdem eine Arbeit zu leisten, die viel nützlicher ist als die steuerpflichtige.

Das Betreuungsgeld wäre eine Anerkennung dafür, dass diese Arbeit außerdem mindestens so nützlich ist wie die gleiche Arbeit unter staatlicher Obhut. Die Verfassung dagegen ins Feld zu führen, wie es die SPD tut, bedeutet, den Familien erst im Namen des Sozialismus einzureden, nur wer „arbeite“, sei vollwertig, und anschließend im Namen der Neutralität des Staates ausgleichende Gerechtigkeit zu verhindern.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Zwei Gesichter der Hauptstadt Europas Der Höllensturz der gefallenen Engel

Die Brüsseler Stadtteile Sablon und Marollen grenzen zwar aneinander, könnten aber verschiedener nicht sein. Während der eine sich in seiner Noblesse sonnt, pflegt man im anderen die proletarische Aufmüpfigkeit. Mehr

12.07.2014, 06:49 Uhr | Reise
Onlineshops Frauen kaufen anders

Die Frankfurter Agentur Triplesense Reply will Onlineshops weiblicher machen. An vielen Klischees sei mehr dran, als viele zugeben wollten, sagt die Chefin. Mehr

11.07.2014, 10:00 Uhr | Rhein-Main
Römisches Reich „Sklaverei war oft besser als Lohnarbeit“

In der spätrömischen Marktwirtschaft ließ es sich recht gut leben, sagt die Altertumsforscherin Susanna Elm. Selbst die Sklaven kamen zu Wohlstand. Mehr

19.07.2014, 12:04 Uhr | Wirtschaft