09.02.2012 · Bund und Länder wollen sich auf eine neue Endlagersuche begeben. Mit oder ohne Gorleben? Wie auch immer: Beides ist rührend naiv.
Von Jasper von AltenbockumWer geglaubt hatte, die Schlacht um die Atomkraft sei geschlagen und komme ohne ideologische Nachhutgefechte aus, hat sich in den Gesetzen der Wendland-Demokratie getäuscht. Der Versuch, den Streit um ein Endlager wieder in geordnete Bahnen zu lenken, hat deshalb etwas rührend Naives.
Wer kann im Ernst noch hoffen, dass Gorleben eines Tages genehmigt wird? Wenn aber die Politik nicht in der Lage ist, nach Jahrzehnten der Prüfungen einen Standort durchzusetzen, der alle Bedingungen erfüllt, welchen Standort wird sie überhaupt durchsetzen können? Welches Bundesland wird sich auf eine Standortbestimmung einlassen - Baden-Württemberg etwa, wo schon ein Bahnhof als Sinnbild des Weltuntergangs herhalten muss?
Wird Gorleben jetzt aber von vornherein ausgeschlossen, wie es nicht einmal die Grünen wollen, aber die SPD verlangt, ergibt sich die Frage politischer Erpressbarkeit erst recht. Wer sollte dann noch davon überzeugt sein, dass die Suche wirklich nach „wissenschaftlichen“ Kriterien und nicht anhand der Weisheit verläuft: „Den Letzten beißen die Hunde.“?
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Wo liegt Gorleben? Niedersachsens Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) auf einem Bild von 1977. Damals schlug Albrecht den Salzstock Gorleben im Wendland an der damaligen DDR-Grenze als mögliches atomares Endlager vor. Wie es dann tatsächlich kam, will derzeit ein Untersuchungsausschuss des Bundestags herausfinden.