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Harte Bretter Berliner Kreis ohne Manifest

 ·  Der Berliner Kreis ist noch nicht so weit mit seinem „Manifest“. Es ist offenbar leichter festzustellen, was CDU und CSU fehlt, als zu sagen, wo es langgehen soll. Dafür ist aber die Kanzlerin da.

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© dapd

Ein Jahr vor der Bundestagswahl ein „Manifest“ für konservative Stammwähler der Union veröffentlichen - das geht nur dann gut, wenn deren Autoren sich nicht als Parteisoldaten auf verlorenem Posten inszenieren müssen. Und wenn sie das nicht sind, wozu dann ein besonderes Programm, und gleich ein Manifest? Es müsste dann doch reichen, auf das Grundsatzprogramm von CDU und CSU zu verweisen.

Das wird ein Grund dafür sein, dass der „Berliner Kreis“ vorläufig nicht und vielleicht gar nicht mehr in Erscheinung tritt. Volker Bouffier hat es mit seinem „Überflüssig“-Machtwort auf den Punkt gebracht.

Ein anderer Grund ist, dass CDU und CSU, deren programmatische Verflachung die Gruppe kritisiert, nie konservative Programmparteien waren. Wie alle Konservativen haben sie Schwierigkeiten zu definieren, was denn nun im Einzelfall „konservativ“ ist. Auch der Berliner Kreis hat damit zu kämpfen - und leistet seinem Zweck, der Renaissance des Konservativismus, einen Bärendienst.

Aber geht es nicht eigentlich  nach all den Kehrtwenden, die CDU und CSU in den vergangenen Jahren vollzogen haben, um Verlässlichkeit, Gradlinigkeit, Glaubwürdigkeit?

Das aber hat nichts mit Konservativismus zu tun, sondern damit, dass sich beide Parteien weniger über Programme als über Personen definieren - und das am besten dann, wenn dazu der Kanzler gehört, der sagt, wo es langgeht.

So wird die Union auch in diesem und erst recht im kommenden Jahr ein Kanzlerwahlverein sein, der vielleicht schon bessere Aussichten hatte, seine Stammwähler mobilisieren zu können. Aber die sind nicht alles. Manifest aber ist: Ohne die Kanzlerin ist alles nichts.

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Jahrgang 1962, verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.