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Harte Bretter Autonome Republik Fußball

 ·  Die Profi-Fußballvereine sind kommerzielle Großveranstalter, die Woche für Woche in einem Maße die Polizei in Anspruch nehmen, dass man meinen könnte, Gorleben sei überall.

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© dpa Vergrößern

Die Drohungen der Länder, die Vereine des deutschen Profifußballs an den Aufwendungen für Polizeieinsätze zu beteiligen, müssten „ein für alle Mal vom Tisch sein“. Wer spricht da? Kaiser Franz? König Fußball? Die Autonome Republik der Ultras? Oder doch nur Reinhard Rauball, der Präsident der Deutschen Fußball Liga? Rauball begründete sein Machtwort damit, dass sich die 36 Profivereine auf ein neues Sicherheitskonzept geeinigt hätten.

Das hatten Bund und Länder von ihnen verlangt, nachdem es trotz großer Sicherheitsvorkehrungen nicht gelungen war, gewalttätige Fans immer und überall in Schach zu halten. Seither taten Vereine und die Fanclubs der Ultras so, als stelle sie die Politik vor eine unzumutbare Zerreißprobe, ganz so, als seien sie die sozialen Balletteusen im Land und die Innenminister der Länder und des Bundes so etwas wie die tumben Torpfosten.

Doch von „Augenhöhe“ zwischen Politik und Fußball kann nicht die Rede sein. Die Profi-Fußballvereine sind kommerzielle Großveranstalter, die Woche für Woche in einem Maße die Kräfte der Polizei in Anspruch nehmen, dass man meinen könnte, Gorleben sei überall.

Sind die Innenminister der Länder dazu da, einfach zu liefern und ansonsten brave Fans zu sein?

Innenminister Jäger (SPD) aus Nordrhein-Westfalen gab bekannt, dass die Bereitschaftspolizeien der Länder mittlerweile bis zu einem Drittel ihrer Arbeitszeit vor den Stadien der Republik verbringen. Die Empörung der Fanclubs, es werde maßlos übertrieben, wo es doch eigentlich gar kein Sicherheitsproblem gebe, ist angesichts dieses Aufwands scheinheilig.

Bund und Länder scheuen sich seit Jahren, die Vereine stärker an den Kosten der Einsätze zu beteiligen. Warum nicht auch die Ultras, für die ein Großteil des Aufwands getrieben wird? Wenn die Innenminister wollten, könnten sie es, selbst wenn es das Totschlagargument „Oktoberfest“ gibt - das nicht Woche für Woche, sondern nur ein Mal im Jahr stattfindet. Die Vereine müssten dann sehr schnell erkennen, dass es einen Preis für die Stimmung im Stadion und das Engagement der Ultra-Fans gibt: Sie müssten sich stärker um ihre „Schmuddelkinder“ (Sigmar Gabriel) kümmern als jetzt.

Und die Ultras müssten endlich erkennen, dass sie nicht die Heiligen der Kurve sind. Aus der Fankultur - und Fan-Unkultur - der Ultras droht ansonsten ein Sektierertum zu werden, das so tut, als sei es eine Zumutung, gewissen zivilisatorischen Regeln zu gehorchen. Es soll Jugendliche geben, die das können. Und Erwachsene, die dafür Steuern zahlen. Nichts sollte deshalb einfach „vom Tisch“.

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