14.09.2012 · In Münster ist ein Vulkan ausgebrochen. Das Magma kommt aus ganz Deutschland. Denn es geht um die Frage: Wie hält Politik die Gesellschaft zusammen?
Von Jasper von AltenbockumRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Meinung von Frau Rahe ist e i n e Meinung.
Offensichtlich viele Nichtswissende am Werk - Hindenburgplatz ja!!
Hitler war frei gewählt, und der nahezu 80igjähre Hindenburg
gezwungen, der Wahl des österreichsichen Gefreiten Hitlers zuzustimmen.
Vielleicht sollten einige Leser bevor sie loslegen informieren und
Geschichtsunterricht nehmen und nicht irgend welche Plattheiten und
Behauptungen nachschwätzen.
Hindenburger und Anti-Hindenburger
zur Geschichte
Zwei der Oberbürgermeister und Stadtdirektoren, die jetzt auf der
„Toleranzbank“ hinter dem Rathaus gegen den Hindenburgplatz
posierten, hatten sich 1987 und 1997 gegen eine Umbenennung
ausgesprochen.
Im Stadtarchiv ist unter dem 11. 2. 1987 eine Äußerung des
damaligen CDU-Oberbürgermeisters nachzulesen: „Jede Zeit
bringt in Ehrungen, Denkmalen und Straßenbenennungen bestimmte
Grundeinstellungen zum Ausdruck. Diese naturgemäß
zeitgebundenen Sichtweisen werden von späteren Generationen zwar
nicht immer geteilt, was jedoch nicht dazu führen sollte, daß
Straßen und Plätze dann wieder umbenannt oder Denkmäler
wieder entfernt werden. Hier handelt es sich um historische Belege, die
tief im Bewußtsein der Bevölkerung verwurzelt sind. In einer
Zeit, die von einer schleichenden Geschichtslosigkeit geprägt ist,
gilt es gerade diese Wurzeln zu pflegen.“ – 1998
beschloß der Stadtrat e i n s t i m m i g , den Hindenburgplatz
nicht umzubenennen.
Hindenburger und Anti-Hindenburger
aus Münster:
Es war ein ungleicher Wettbewerb zwischen Hindenburgern und Anti-Hindenburgern.
Der ganze Etat der Hindenburger war halb so groß wie die Kosten
für eine einzige großformatige Anzeige der Anti-Hindenburger.
Die Basis der CDU Münsters und die JU standen gegen ein
Bündnis aller anderer Parteien und Organisationen. Sogar ein
Weihbischof gab sein Gesicht für Werbeplakate der Anti-Hindenburger her.
Besonders schlimm war die Einseitigkeit der beiden in Münster
erscheinenden Zeitungen. Sogar einzelne Münsteraner wurden wegen
ihres Einsatzes für den Hindenburgplatz in der Presse namentlich
angegriffen. Bei Podiumsdiskussionen wurden keine objektiven Historiker
zugelassen.
Hindenburg wurde nach Strich und Faden in der Presse diffamiert. Es gab
massenhaft Plakate mit einem Bild von Hitler zusammen mit Hindenburg.
Hindenburg und Befürworter der Bezeichnung Hindenburgplatz wurden
in einer beispiellosen Kampagne in die braune Ecke gestellt und so die
ganze Bevölkerung eingeschüchtert.
Ja, ja, ein Demokrat war Hindenburg sicher nicht...
Aber andere Helden der Freiheit waren auch keine. Ich möchte nur
mal den Grafen Stauffenberg ins Rennen schicken.
Hindenburg selbst hat übrigens nie ein Geheimnis daraus gemacht,
dass er ein kaiserlicher war. Hatte ja auch einen Eid auf den Monarchen abgelegt.
Aber ein Umbenennungszwang besteht bei ihm sicherlich nicht: es gibt
überhaupt keinen Politiker aus der Frühzeit der deutschen
Demoktartie (auch nach 1945) bei dem unsere heutigen Experten nicht
irgendeine, unzweifelhaft wesentliche, Verfehlung feststellen
können.
Dass die Menschen, und vor allem die Führungskräfte (weil sie
stärker beobachtet werden), Fehler haben und machen wird nie anders
werden.
Aber was die Nachwelt daraus macht kann sie, wenn auch nur für die
jeweils eigene Zeit, beeinflussen. Und da finde ich, dass man positive
Eigenschaften in den Vordergrund stellen müsste. Die gibt es
nämlich auch bei einem Hindenburg, und das selbst abseits von
Tannenberg, wenn es denn sein muss.
Interessant, dass Sie Geschichtswissenschaft und vermutlich auch Soziologie als deterministische Wissenschaften ansehen. So ist es im Gegensatz zu Newton eben nicht. Im Übrigen müssten Sie mindestens auch Euler anführen, denn Newton war nur für die Punktmassen zuständig:-)
Selbstgerechte des Forums vereinigt Euch!
Selbstverständlich hat Hindenburg Fehler begangen. Aber wenn ich schon höre, wie Einige schreiben "Erkenntnisse neuerer Geschichtswissenschaft" usw. Wir wissen doch alle, dass gerade in der Deutschen Geschichtswissenschaft und Soziologie der Einfluss der 68er unübersehbar ist und dass es in diesem Bereich mit Sicherheit keinen unverstellten Blick in die Vergangenheit gibt. Was wir ebenso genau wissen, dass es nach wie vor Hunderte Ho-Tschi-Minh-Marx-Engels-Thälmann-Straßen etc. in Deutschland gibt und bei diesen Herren wissen wir, dass es im Gefolge mindestens 100 Millionen Tote gab. Wir wissen aber auch, dass die 68er Geschischtsprofessoren sich diese Herren zum Vorbild genomen haben. Gibt Ihnen, das, vereehrte Mitdiskutanten nicht mehr zu denken? Mir jedenfalls schon.
desto größer die Projektionsfläche.
Typisch Deutsch.
... finde ich immer sehr sympatisch. Hübsche Stadt, die es
eigentlich nicht nötig haben sollte, sich an Hindenburg
abzuarbeiten. Wenn es einen anderen mit Bezug zur Münsteraner
Geschichte gibt , sollen sie den doch nehmen (wie wäre der Prof.
Ludwig Boerne - Platz).
"Schlossplatz" im Nachhinein (nachdem das Schloss seit
Jahrzehnten seine städtebauliche Funktion verloren hat) ist m.E.
dagegen völlig sinnlos und - da beginnt das Ärgernis - wohl
eher Ausdruck von fehlgeleiteten Interessen, Profilierungssucht und
Geschichtsblindheit.
Aus der Ferne gesagt, sollte man doch eher überlegen, warum man
gerade in Münster Hindenburg ehrte. Wer ernsthaft einen
"Willy-Brandt-Flughafen" schafft, sollte sich da ohnehin zurückhalten.
... Neuplatz
So wie ich es verstehe, ist doch der betreffende Platz praktisch die
Rückseite. Einen Schlossplatz vor dem Schloss hatten Sie doch eh
schon ... Warum nennt man den dann nicht wieder Neuplatz.
"Prof-Ludwig Boerne Platz" war natürlich nicht
ernstgemeint, nennen Sie ihn Thielplatz, das gefällt dann auch der
münsteraner Polizei...
Prof.-Ludwig-Boerne-Platz ?
Wie das wäre? Ehrlich gesagt? Scheußlich!
Und inwiefern hat denn das Schloß seine "städtebauliche
Funktion" verloren? Solange es steht doch wohl kaum (ganz). Sie
meinten doch wahrscheinlich eher "politische Funktion"?
Warum ist es denn "geschichtsblind", den Platz vor dem
Schloß auch Schloßplatz zu nennen? Eher ist das doch
geschichtsbewußt, denn das Schloß ist ja heute ein Verwaltungsgebäude.
Sehr geehrte Frau Sirisee, mit dem "Willy-Brandt-Flughafen"
haben Sie allerdings wirklich Recht. Das ist auch wieder so eine
ideologische Duftmarke mit dem Ziel, Willy Brandt zu einer
sozialdemokratischen Marke auszubauen, die für alle verbindlich
ist. Reine Propaganda.
Vielleicht ist die Zeit nun reif!
Reif, um den ReGierenden zu zeigen, dass sie lediglich unsere
Wünsche unzusetzen haben.
Letztlich ist es egal, ob es sich um die Abschaffung der D-Mark handelt,
den Ausstieg aus verlässlicher Stromversorgung, die
Deindustrialisierung oder die Abgabe der Souveränität
Deutschlands an die EUdSSR.
Sicher ist gerade diese Posse um die Umbenennung eines Platzes und die
darauf folgende Reaktion eine Diskussion, auch um Werte, wert, aber
vielmehr erscheint es mir ein Signal zu sein, dass es nicht mehr
ausreicht, davon zu schwadronieren, "den Bürger an die Hand zu
nehmen"! Eine Floskel (gerne auch von Merkel/Gabriel/Trittin
genutzt, die abfälliger nicht sein kann. Die Bevölkerung ist
nicht so blöde, wie manche denken (auch wenn die Schulreformen das
Ihrige dazu beigetragen haben, in diese Richtung zu gehen).
Es ist vielleicht an der Zeit, wieder mehr das Volk zu fragen, bevor
Entscheidungen getroffen werden. Alle 4 Jahre ein Kreuz mit
anschließendem Brechen der Wahlversprechen trägt Früchte.
Geschichte wird ständig neu bewertet. Ein Demokrat war Hindenburg nicht.
und die Republik ist nichts Statisches. Es ist legitim, Traditionen zu
pflegen, es ist beenso legitim Traditionen kritisch zu überprüfen.
Die Person Hindenburg wird in der Geschichtswissenschaft bereits seit
Längerem sehr kritisch gesehen. Hindenburg und Ludendorff erkannten
bereits im Frühjahr 1918 die Aussichtslosigkeit des weiteren
Kampfes, nachdem die USA in den Krieg eingetrten und die deutsche
Frühjahrsoffensive gescheitert war. Dennoch starben täglich
weiter Tausende. Erst im Herbst empfahlen sie der Zivilregierung, die
Kapitulation zu verhandeln. Zu dieser Zeit stand die deutsche Armee noch
außerhalb deutscher Grenzen. Hieraus resultiert die
Dolchstoßlegende, die Hindenburg an die Presse gab. Mit dieser
Hypothek mußte die junge Demokratie leben. Die
Dolchstoßlegende war ein wichtiges Propagandainstrument der Nazis
gegen die Demokraten. Meiner Meinung nach hat der "Sieger von
Tannenberg" das Vertrauen und die Verehrung des Volkes
mißbraucht. Er hat die Demokratie sabotiert.
Das Referendumsrecht lenkt die Politik auch ohne direkte Einflussnahme des Volkes(!)
Nein, die direkte Demokratie wie sie in D verstanden wird, hat die
Vorzüge wirklich nicht - dies hat S21 gezeigt. Das ist nicht
gelebte, sondern gespielte Demokratie.
Schwierig zu verstehen, aber es ist nicht etwa das Abstimmen selbst, das
den grössten Nutzen bringt, sondern die MÖGLICHKEIT, das Volk
darüber abstimmen zu lassen.
Das Demokratie-Verständnis kommt in Münster zum Schluss, dass
ein Konsens nicht mehr möglich sei, wenn ein Bürgerentscheid erfolgt.
Dabei drängt das in der CH beheimatete Referendumsrecht die Politik
erst recht dazu, einen Konsens, einen Kompromiss anzustreben.
Im Wissen, dass das Volk immer eingebunden werden kann, wird die Politik
gezwungen, schon mit den ersten Gedanken eine parteiübergreifende
Lösung zu finden. Denn für den Erfolg muss sie mind. 50% der
Bürger hinter sich wissen, sonst wird ein Referendum ergriffen.
Damit werden über 90% aller Entscheide, still mit dem Volkswillen
besiegelt. Nur umstrittene Vorlagen werden an der Urne entschieden.
Hintergrund-Infos von einem Münsteraner:
1. Der Platz wurde von einem Fürstbischof geschaffen, der die
Stadtmauer und Häuser niederriss, um ein Kanonenschussfeld auf die
aufmüpfige Stadt zu haben. Der Name „Neuplatz“ ist ab
1699 erwähnt – da war der Architekt Schlaun aber gerade erst
4 Jahre alt. Er hat die Fläche aber später überplant.
2. Der Platz ist die Fläche, auf der die großen Volksfeste
etc. stattfinden. Die plötzliche Eile bei der Umbenennung ist wohl
auch einer Investorenlobby zu verdanken, die den Platz privatisieren und
luxusbebauen möchte; „Schlossplatz“ klingt teurer.
3. Vorher wollte sie dort schon eine Musikhalle bauen, was aber per
Volksabstimmung gestoppt wurde, denn Münster ist total
überschuldet.
4. Mit der Behauptung, dass Münster sonst zur
„Nazi-Stadt“ werde, wird der Name Schossplatz wohl eine
Mehrheit bekommen, aber der kommunalen Demokratiediskussionskultur wurde
sehr geschadet.
5. Der Konflikt wird wohl erst recht aufflammen, wenn der Platz
tatsächlich bebaut wird!
Halten wir doch mal fest: In Berlin kämpften SPD, Gründe und Linke dafür, dass es einen Rosa Luxemburg Platz und eine Dutschke Straße gibt. Einigen wäre sicher auch eine Lenin Allee recht und für Stalin würden sich auch welche finden. Und nun regt man sich über Hindenburg auf. Warum? Ja, warum eigentlich? Keiner dieser linken Klugmeier wusste bis vor einigen Wochen mehr über Hindenburg, als dass ein Luftschiff nach ihm benannt worden ist. Vielleicht noch, dass er der ua. von der SPD unterstützte Reichspräsident war. Und nun macht man ihn plötzlich zum Vebrecher. Nur: Was hat er denn verbrochen? Ich wüßte nichts. Und bitte: Komme mir keiner mit dem Ersten Weltkrieg. Den hat die SPD ebenfalls unterstützt. Dass es Hindenburg war, der nach Tannenberg dafür sorgte, dass die russischen Toten zusammen mit dem deutschen Toten ehrenvoll begraben wurden - eine Ehre, die ihnen in Russland nicht zuteil wurde -, davon redet keiner.
... ist diese Aufregung eigentlich nicht wert. "Schloßplatz" ist richtig, gut, traditionell. Und schön ist der Gedanke, daß politisch opportune Benennungen wie "Hindenburgplatz" oder "Rudi-Dutschke-Straße" auch wieder zurückgenommen werden können, wenn die Zeit dafür reif ist.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.09.2012 17:11 Uhr@ Bertram von Steuben
Hindenburg war seinerzeit ein propagandistisches Aushängeschild der
Rechtskonservativen, die dem Kaiserreich nachtrauerten. Die Namensgebung
war also ein aktuelles politisches Bekenntnis der wackeren
Münsteraner. Die Zeiten haben sich geändert und die politische
Lage natürlich auch längst. Es bleibt der Name Hindenburg als
solcher. Und der ist -finde ich- zu klein. Und Rudi Dutschke ist noch
mal sehr viel kleiner.
Gegen Traditionen wende ich mich damit aber nicht. Ich würde nie
eine Kaiserstraße, Königstraße oder Luisenstraße
umbenennen wollen und auch Schloßplatz finde ich in diesem
Zusammenhang begrüßenswert.
Und ich würde selbstverständlich auch das
"Bode-Museum" in Berlin wieder in
"Kaiser-Friedrich-Museum" zurückbenennen. Denn auch diese
Änderung war rein ideologisch motiviert und ist, was die Person
Friedrichs III. angeht, außerdem sehr ungerecht.
Aber erklären Sie bitte,
warum "die Zeit reif ist", einen Hindenburgplatz nicht mehr
Hindenburgplatz zu nennen?
Gibt es in Ihrer Stadt eine Königstraße? Zur Zeit einer
(sogenannten) Republik?
Mann kann echt alles übertreiben!
Politische Lager und ihre Werte
Toleranz, also das leidvolle Ertragen einer anderen Meinung, war
für die Linken doch nur so lange ein Vehikel, wie sie darauf
angewiesen waren. Seitdem Presse und Politik in Deutschland völlig
in die linke Ecke umgekippt sind, wollen sie davon nichts mehr wissen
und sind alles andere als tolerant. Gleiches gilt für Ideale wie
die Bürgerbeteiligung. Die ist gut, solange sie gegen den
politischen Gegner geht, aber nicht als Prinzip. Eine Volksabstimmung
ist immer nur gut gegen Projekte der anderen, aber mal einen Plebiszit
zu Themen wie Euro, Ausländer in Deutschland usw. ist grundfalsch.
Da muß der Souverän vor sich selbst beschützt werden.
Man stellt irgendwann fest, daß diese Ideale nie etwas anderes
waren und sein werden, als Methoden, die beliebig gewechselt werden und
nie einen prinzipiellen Charakter hatten.
So wird er immer bezeichnet. Aus meiner Rückschau blieb dem greisen Mann aber gar nichts anderes übrig, als den Tapezierer H. zum RK zu machen. Denn die nächstgrösste Partei SPD hatte gerade mal 20 Prozent und für Mehrheiten war angesichts der totalen Zerstrittenheit die Aussicht gleich Null.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.09.2012 18:08 UhrDoch: korrekt geht so
Ich erkenne ehrlich nicht, wo Sie bei den Kabinetten v. Schleicher und
v. Papen die breiten parlamentarischen Koalitionen sehen. Die Wahlen von
1932 brachten der NSDAP immerhin Verluste von 4,2 Prozentpunkten ein,
Hitler war in etwa so "alternativlos" wie Merkels Bankenrettung.
Hindenburg kann in der Tat nicht die "Alleinverantwortung"
für Hitlers Verbrechen unterstellt werden, wohl aber eine
Mitverantwortung am Scheitern der Weimarer Republik. Er hat in seinen
letzten Jahren konsequent auf eine Ausschaltung des Parlaments
hingearbeitet. Und er hat bis zu seinem Tod die Verfassungsbrüche,
Pogrome und Verbrechen der Nazis gedeckt: "Ohne Blutvergießen
geht es nicht."
In diesem Punkt entscheidet er sich übrigens definitiv von
Christine Teusch, die sich später einer Widerstandsgruppe
angeschlossen hat. Die unrühmliche Rolle des katholischen Millieus
thematisieren Sie zu recht. Aber Schuld lässt sich nun einmal nicht
gegen Schuld aufwiegen.
Historisch korrekt geht anders
Wenn Sie schon historische Korrektheit anmahnen, dann aber auch mit belegbaren Thesen. Der Vergleich mit den früheren Minderheitsregierungen hinkt, da sie sich noch auf breite Koalitionen bzw. Duldungen stützen konnten. 1932 kam es zu einer "negativen Mehrheit", d.h. NSDAP und KPD konnten mit mehr als der Hälfte der Reichstagssitze alle Entscheidungen blockieren, regiert wurde nur noch durch Notverordnung. Dies war der Grund, weshalb an der NSDAP tatsächlich kein Weg mehr vorbei führte. Das es schiefgegangen ist, steht heute fest, jedoch kann Hindenburg dafür nicht allein verantwortlich gemacht werden. Vielmehr müssten dann vor allem die Theodor-Heuss-Strassen, Christine Teusch Briefmarken und Dessauer-Gymnasien zur Disposition gestellt werden. All jene vorbildlichen Demokraten (und noch viele mehr), die nach 1949 in hohe Ämter und Positionen gelangten, haben für das Ermächtigungsgesetz gestimmtt, welches Hitler erst unumschränkes Herrschen ermöglichte. Wer thematisiert ihre Schuld?
Gewagte These
Das scheint mir eine riskante Rechtfertigungsstrategie zu sein, die
eines historischen Fundaments entbehrt. Mit Papen und Schleicher gingen
Hitler zwei parteilose Kanzler voran, die sich im Wesentlichen auf die
DNVP mit ihren rund 8% stützen konnte. Deren Vorgänger
Brüning stammte aus den Reihen der Zentrumspartei (1930 rund 12%).
Hindenburg hatte demnach bereits zuvor auf Kanzler ohne Mehrheit im
Reichstag zurückgegriffen und niemand hat ihn gezwungen, Hitler einzusetzen.
Sein Stimmungswechsel gegenüber dem "böhmischen
Gefreiten" war durch seine Idee einer nationalen-völkischen
Gemeinschaft und seiner strikten Ablehnung parlamentarischer
Regierungsformen begründet. Hindenburg traf hier ganz bewußt
eine Entscheidung und dafür darf man ihn historisch verantwortlich machen.
Man kann gerne darüber streiten, ob man nach 85 Jahren einen Platz
umbenennen muss. Aber man sollte historisch korrekt argumentieren. Und
die Geschichte ist nun einmal kein Wunschkonzert!
„Vor dreißig Jahren konnte man bei der CDU sagen: Ich bin
rechts. Heute aber ist die Vermischung zwischen rechts und rechtsextrem
so stark, dass man sich das gar nicht mehr traut.“
Wie bitte?
Genau so ist es!
Bedenkend, dass die NSDAP eine sozialistische(!) Partei war, waren sie
politisch LINKS(!), was Hitler und auch Göbbels nicht müde
wurden, zu betonen. Folglich sind auch alle anderen
"nationalen" Parteien im heutigen Spekrum ganz klar links!
Die poltische rechte Seite war immer Heimat der bürgerlichen,
konservativen Parteien!.
Es war eine agitatorische Meisterleistung der '68er und deren
links-radikalen Nachfahren aller Parteien, diese Wortspielerei in das
deutsche Gedächtnis einzubrennen.
Damit wurde der Weg frei, die politischen "Brüder" als
das absolute Gegenteil zu diffamieren und sich selber in der
Öffentlichkeit reinzuwaschen!
Mir, als Konservativer, ist es nämlich egal ob ein Sozialist
national, oder internatinal denkt. Letztere dürfen sich aber in
vielen deutschen Parteien ganz offen etabliert fühlen. Ob SPD, die
LINKE oder besonders die GRÜNEN sind da beste Beispiele.
Es ist eben nur eine Definitionsfrage.
"Wer die Hoheit über Begrifflichkeiten hat, hat die Macht"
Die Politik hält die Gesellschaft gar nicht zusammen .
Verschiedene Anschauungen trennen eher, und die Kluft zwischen Volk und
etablierter Politik wird immer größer, die Regierenden
schnappen vollständig über, und das Volk wird nachhaltig geschädigt.
Die Folgen verschiedener, längerer Trends, sei es Zuwanderung, sei
es der Einfluß der Politik auf die Geburtenraten, tun ein übriges.
Politik ist Sprengstoff für die Gesellschaft. Sollte nicht so sein,
ist aber so .
Offenbar hat man in D keine anderen Probleme.
Über die Enteignung der Deutschen durch den €,
ESM-Rettungsfond, die EZB-Notenpresse darf nicht abgestimmt werden, dies
überlässt man den nicht gewählten Richtern.
NB: Aus Schweizer-Optik, wo bleibt der übliche deutsche
Gerechtigkeitswahn? Warum dürfen unbehelligt Strassen nach
Thälmann, Liebknecht, Luxemburg benannt werden - diesen
Scharfmachern des Totalitarismus & der Diktatur des Proletariats ?
Ist ungerecht.
Als Schweizer sehen Sie die Situation in Deutschland...
...eben ohne die Staatspresse! Als: unverblendet ;-)
Hier gehen ja die Granden der GRÜNEN/Roten auf die Straße und
demonstrieren, wenn Straßen, die nach diesen Befürwortern
kommunistischer Diktaturen benannt wurden, endlich einmal umbenannt
werden sollen....
Hier dürfen Sie ja auch straffrei ein T-Shirt mit dem Konterfei des
Massenmörder Che Geuvara tragen...
Hindenburg oder nicht Hindenburg
Sehr geehrter Herr Schmid,
ich begrüße es sehr, dass Sie als Schweizer uns mal den
Spiegel vorhalten!!!.
Richtig, ich vermisse hier auch den "Gerechtigkeitswahn"
unserer Gutmenschen.
Aber eine Demokratie nach Schweizer Vorbild -so sehr ich es mir auch
wünsche- werden unsere Politiker aller Kasten, insbesondere die
Grünen, zu verhindern wissen. Schade.
Wenn ihr noch einen Pensionär aufnehmen würdet -ohne jegliche
Kosten für die Eure Sozialsysteme und durchaus bereit Steuern in
die Schweitzer Staatskasse zu zahlen, ich würde gerne umziehen.