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Guido Westerwelle : Mein Mann, meine Schwiegermutter und ich

Kunstsinniger Familienmensch: Westerwelle hat sein Familienleben salonfähig gemacht Bild:

Public Viewing: Westerwelle präsentiert sich und seinen Lebensgefährten als gutbürgerliches Vizekanzlerpaar. Er zeigt sich in Schwiegermutters Garten als kunstsinniger Familienmensch, vor allem aber als Politiker, der sich unabhängig macht von dem, was man ihm noch nachraunen könnte.

          Ute Mronz betreibt in Köln-Müngersdorf eine Kunstgalerie. Außerdem ist sie Mutter zweier erwachsener Söhne. Einer davon, Michael, genannt „Micky“, hat seit ein paar Jahren einen festen Freund. Frau Mronz schwärmt von Mickys Partner: „Wir sind in allem auf einer Wellenlänge“, sagt sie und lobt den Kunstverstand ihres „Schwiegersohnes“. Der Gelobte steht jetzt gemeinsam mit ihr im Garten des Mronzschen Hauses vor einem großformatigen Gemälde des Kölner Künstlers Antonius Höckelmann und lächelt etwas unentschlossen in einige Kameras. Auch „Micky“ hat sich dazugesellt. Es entstehen allerlei Familienfotos.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Der Mann neben Ute Mronz ist einer, den Deutschland kennt: Guido Westerwelle, der FDP-Vorsitzende, der im Herbst 2009 Außenminister und „Vizekanzler“ werden könnte. An diesem Freitag präsentieren Frau Mronz und Westerwelle gemeinsam Höckelmanns Werke, die dicht an dicht bis ins Wohnzimmer der Galeristin gehängt wurden. Es werden Sekt und Lachsröllchen gereicht, außerdem Kölsch und „Flönz“, Kölner Blutwurst.

          Der Single Westerwelle sprach von Männern stets im Plural

          Der FDP-Politiker kennt die Kunst. Seine Gegner in der Partei unken: „Wenigstens davon versteht er wirklich was.“ Auch ein Professor ist eingeladen. Der erläutert die ornamental wuchernden Bilder des Postsortierers und Sonderlings Höckelmann, der gerne Pferde, Schlingpflanzen und „verhässlichte“ Frauen malte. Der Professor spricht von den Kettenhunden im Seelenkeller, die zutage kommen müssen, unversteckbar und fett wie bei den Frauenbildern Lucian Freuds. Westerwelle weiß natürlich, was die Zuhörer dabei denken. Er hat gewollt, dass sie es denken.

          Zum Ball des Sports erschien Westerwelle mit seinem Lebensgefährten Michael Mronz

          Er könnte Michael Mronz vor der Öffentlichkeit verbergen. Private Sphären werden in der Politik noch immer respektiert, meistens jedenfalls. Wenn Herr Oettinger sich trennt, Herr Wulff eine neue Frau findet oder Herr Seehofer eine andere besucht, bleibt das eine ganze Weile unkommentiert. Aber irgendwann erregt es doch Aufsehen, wird peinlich, gerät jagenden Reportern vor die Linsen. Manch innige Beziehung allerdings bleibt gut versteckt, besonders dann, wenn das eigene Geschlecht das schöne ist. So haben schon BND-Präsidenten, Landesfürsten und Bundesminister ihre Amtszeiten durchlebt, und so hätte es auch Guido Westerwelle halten können, von dem alle wissen, dass er Frauen schätzt, aber nicht liebt.

          Als Westerwelle noch nicht so fest gebunden war, sprach er von Männern stets im Plural, machte „Urlaub mit Freunden“, nie mit „meinem Freund“. Doch seit vier Jahren hat sich das geändert. Michael Mronz, ein erfolgreicher Unternehmer Anfang vierzig, der beispielsweise das bedeutendste Reitturnier der Republik organisiert, gehört seitdem zu Westerwelle wie zu anderen Männern die Lebensgefährtin. Der Öffentlichkeit haben sie das schrittweise beigebracht.

          Er war kein politischer Interessenvertreter seiner privaten Vorlieben

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