In der Wendezeit der DDR wurde Gregor Gysi erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt, als PDS-Abgeordneter im Bundestag machte er sich einen Namen als brillanter Redner, als Wirtschaftssenator in Berlin erprobte der Sozialist erfolgreich den engen Kontakt zu den Unternehmern. Die wichtigsten Karriere-Daten von Gregor Gysi:
Sein erstes öffentliches Amt von Mai 1988 bis Dezember 1989 war der Vorsitz des Rates der Kollegien der Rechtsanwälte in der DDR.
Aufstieg in der Wendezeit
Vom 9. Dezember 1989 bis 4. Februar 1990 stand er als letzter Vorsitzender der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands vor, die sich dann in Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) umbenannte. Bis zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 war er auch deren Fraktionsvorsitzender in der Volkskammer der DDR. Im vereinten Deutschland war er bis zum Anfang dieses Jahres Mitglied des Bundestages.
Abschied auf Raten
Sein Amt als Parteivorsitzender musste er bereits 1993 aufgeben. Hintergrund waren anhaltende Flügelkämpfe in seiner Partei und politische Fehler im Zusammenhang mit dem Rücktritt seines Stellvertreters, André Brie, dessen Stasi-Tätigkeit Gysi bekannt war. Er selbst verteidigte sich stets gegen Vorwürfe wegen seiner angeblichen Vergangenheit als informeller Mitarbeiter der Stasi (“IM Sekretär“). Er bestreitet bis heute, als früherer Dissidenten-Anwalt für die Staatssicherheit tätig gewesen zu sein.
Sein Amt als Chef der PDS-Gruppe beziehungsweise -Fraktion im Bundestag behielt er bis Oktober 2000. Überraschend hatte Gysi auf dem PDS-Bundesparteitag in Münster seinen Parteigenossen erklärt, für den Vorsitz nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Grund war parteiinterne Kritik an seiner Forderung, Bundeswehreinsätzen im Rahmen von UN-Mandaten zuzustimmen.
Kurzes Comeback
Seit Januar 2002 war er Senator der Berliner Landesverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen sowie als Bürgermeister der Stadt Berlin Stellvertreter Klaus Wowereits.
Am 31. Juli trat Gysi von seinen Ämtern zurück, legte sein Abgeordnetenhausmandat nieder und beendete damit seine politische Karriere. Vorerst.