08.10.2003 · Der Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger ist der strahlende Sieger in Kalifornien. Bei den vorgezogenen Neuwahlen im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Amerikas konnte der Schauspieler am Dienstag eine klare Mehrheit erringen.
Der Filmstar und einstige Bodybuilder Arnold Schwarzenegger ist der Sieger der Wahl in Kalifornien. Der gebürtige Österreicher wird neuer Gouverneur im bevölkerungsreichsten amerikanischen Bundesstaat.
Er werde für neue Arbeitsplätze und das Vertrauen der Wirtschaft in Kalifornien kämpfen, sagte Schwarzenegger vor jubelnden Anhängern in seinem Wahlkampf-Hauptquartier in Los Angeles. „Ich werde Sie nicht enttäuschen. Alles, was ich habe, verdanke ich Kalifornien“, sagte Schwarzenegger. „Ich kam hierher mit absolut nichts, und Kalifornien hat mir absolut alles gegeben. Und heute hat mir Kalifornien das größte Geschenk überhaupt gemacht, Sie haben mir Ihr Vertrauen geschenkt, indem Sie mich gewählt haben.“
48 Prozent der Stimmen
Bei der Wahl, die aufgrund eines Volksbegehrens weniger als ein Jahr nach der letzten Gouverneurswahl stattfand, stimmte mit 54 Prozent eine deutliche Mehrheit für die Abwahl des Gouverneurs Gray Davis. Der demokratische Politiker gestand seine Niederlage ein: „Die Wähler haben entschieden, dass es Zeit ist für jemanden anderen zu dienen“, sagte Davis. Er gratulierte dem Wahlsieger.
Schwarzenegger konnte 48 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Der demokratische Gegenkandidat und Vize-Gouverneur Cruz Bustamente kam auf 33 Prozent, berichteten amerikanische Nachrichtensender am frühen Mittwoch nach Auszählung von über 90 Prozent aller Bezirke. Die wegen der Kandidatur des Hollywood-Stars weltweit beachtete Wahl brachte eine Rekordbeteiligung der Wähler. Mehr als 60 Prozent der 15,4 Millionen registrierten Wähler stimmten nach Angaben des Senders CNN über das Volksbegehren zur Absetzung des Gouverneurs ab.
Milliardendefizit und Wirtschaftsflaute
Der Schauspieler war lange Favorit. In Wahlkampf wurden dann Vorwürfe gegen ihn erhoben, die ihm sexuelle Verfehlungen und Sympathien für Adolf Hitler Mitte 70er Jahre unterstellten. Während der Nazi-Sympathien scharf zurückwies, entschuldigte er sich ganz allgemein für sein Verhalten gegenüber manchen Frauen. 15 Frauen hatten kurz vor der Wahl öffentlich erklärt, sie seien von Schwarzenegger sexuell belästigt worden.
Erst im Herbst 2002 war Davis mit knapper Mehrheit als Gouverneur wiedergewählt worden. Republikanische Widersacher, die dem Demokraten die Schuld für ein Milliardendefizit und die Wirtschaftsflaute in Kalifornien geben, riefen im Frühjahr eine Abberufungsinitiative ins Leben.