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Veröffentlicht: 22.08.2014, 18:03 Uhr

Gnadenlos gegen „Kollaborateure“ Gaza im Racherausch

Vor den Augen hunderter Zuschauer werden angebliche „Spione“ Israels hingerichtet. Ihre blutverschmierten Leichen werden im Stadtzentrum abgelegt - zur Abschreckung.

© REUTERS Kurz vor einer öffentlichen Exekution in Gaza-Stadt

Die radikal-islamische Hamas macht kurzen Prozess. Im Gazastreifen geht sie gnadenlos gegen angebliche Kollaborateure vor. Nach Medienangaben haben militante Palästinenser am Freitag mindestens 18 Männer getötet, die mit Israel zusammengearbeitet haben sollen. Elf Menschen seien am Morgen nahe einer Polizeistation in Gaza-Stadt erschossen worden, berichtete der Hamas-nahe Fernsehsender „Al Aksa TV“. Sieben weitere wurden demnach vor einer Moschee getötet. Hunderte Menschen haben bei den öffentlichen Exekutionen zugesehen.

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Zeugen berichteten, mehrere blutverschmierte Leichen seien anschließend auf einem Platz im Zentrum von Gaza-Stadt abgelegt worden. Weitere Leichen wurden vor der Al-Azhar-Universität gefunden. Damit stieg die Zahl der binnen zwei Tagen getöteten angeblichen „Spione“ Israels auf 21. Eine Hamas-nahe Website schrieb am Freitag, es gebe „keine Gnade“ für geschnappte Kollaborateure. Das Innenministerium der Hamas äußerte sich nicht zu den Berichten.

Das palästinensische Gesetz lässt die Todesstrafe für Kollaborateure zu. Theoretisch müssen verhängte Todesstrafen jedoch durch den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas bestätigt werden. Abbas’ Fatah-Partei kontrolliert aber lediglich das Westjordanland, den Gazastreifen beherrscht dagegen die Hamas.

Der Schlag gegen die angeblichen Informanten könnte in einem Zusammenhang mit gezielten Tötungen durch die israelische Armee stehen. Am Dienstagabend hatte das israelische Militär das Haus von Hamas-Militärchef Mohammad Deif angegriffen und dabei seine Frau und seinen kleinen Sohn getötet. Ob Deif selbst überlebte, wie die Hamas angab, blieb bislang ungeklärt. Am Donnerstag tötete Israels Luftwaffe drei ranghohe Hamas-Kommandeure in Rafah sowie ein ranghohes Mitglied des Islamischen Dschihad. Nun wird vermutet, dass Palästinenser im Gazastreifen Informationen über die Aufenthaltsorte der von Israel gesuchten „Terrorziele“ an dessen Armee weitergegeben hatten.

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Von Klaus-Dieter Frankenberger

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Quelle: wahlrecht.de
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