ba. Es ist einstweilen rätselhaft, warum das offizielle Israel einen Konflikt mit dem Vatikan vom Zaun gebrochen hat, dessen Entwicklung schlecht zu steuern sein wird. Der offizielle Protest dagegen, daß Papst Benedikt XVI. bei einer Äußerung über Terrorakte der jüngsten Zeit nicht solche gegen Israel mitgenannt habe, erschien ziemlich krampfhaft, denn die Äußerung bezog sich offensichtlich auf einen eng begrenzten Zeitraum, in dem es in Israel, anders als früher, nicht so opferreiche Anschläge gegeben hatte wie in den vom Papst genannten Ländern Großbritannien, Ägypten und Irak. Nachdem ein Beamter des israelischen Außenministeriums, nachstoßend, auch noch das Schweigen des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. zu Attentaten in Israel inkriminierte, konterte jetzt der Vatikanische Pressesaal offiziell mit einem Argument, in dem erhebliche Brisanz steckt: Nicht immer sei es möglich gewesen, jedem Attentat gegen Israel sofort eine öffentliche Verurteilung folgen zu lassen, denn bisweilen seien darauf unmittelbar israelische Reaktionen gefolgt, die nicht mit dem Völkerrecht in Einklang gestanden hätten; bei Verurteilung der Attentate in Israel wäre es unmöglich gewesen, letztere schweigend zu übergehen.