pan. Haben Schröder und Frau Merkel außer den Ambitionen auf das Kanzleramt auch noch die Tollkühnheit in Personalfragen gemein? Einst hatte der Kanzlerkandidat Schröder ein Talent namens Stollmann präsentiert, der all das darstellen, betreiben und verwirklichen sollte, was angeblich keiner in der SPD darzustellen, zu betreiben und zu verwirklichen in der Lage war. Das Talent war stolz darauf, das Parteiprogramm nicht gelesen zu haben. Das Ende ist bekannt. Niemand mag dem belesenen Kompetenzkandidaten Kirchhof unterstellen, er habe das CDU-Programm und die Leipziger Parteitagsbeschlüsse nicht gelesen, bevor er sich von Frau Merkel in den Kreis der Hoffnungsträger berufen ließ. Und niemand findet es verwerflich, daß das Nichtparteimitglied Kirchhof die Beschlußlage einer Partei als für sich nicht bindend erkennt. Hätte er sich binden wollen, wäre er längst Parteimitglied geworden - und sei es in der FDP. Als deren Mitglied hätte er übrigens ebenso große Aussichten auf das Amt des Finanzministers wie jetzt als Parteiloser in der CDU. So könnte es bei Koalitionsverhandlungen wohl vier Seiten geben: Frau Merkel sowie die Herren Kirchhof, Stoiber und Westerwelle (in alphabetischer Reihenfolge.)