Dt. "Mehr Platz für Kinder in den Köpfen und Herzen der Menschen" hat der frühere Bundespräsident Herzog bei der Vorstellung der Kampagne "Deutschland für Kinder" gefordert. Dazu sei "ein Umdenken" nötig. Den Ausführungen derjenigen, die sich der Kampagne anschlossen, war dann zu entnehmen, daß nicht die Familienpolitiker aller Parteien "umdenken" sollen, die sich unisono für mehr staatliche Fürsorge und Kleinkindbetreuung aussprechen, sondern die kleine Minderheit jener Eltern, die noch immer mit ihren Gedanken und auch mit ihrer Arbeitskraft ganz bei den Kindern ist. So formulierte die niedersächsische Sozialministerin von der Leyen, familienpolitisches Ziel müsse vor allem die Integration der Eltern in die Arbeitswelt sein. Und der Verfasser des am selben Tag vorgestellten Kinder- und Jugendberichts forderte wieder einmal zusätzliche Milliarden für die Ausweitung des Rechtsanspruchs auf öffentlich geförderte Betreuung auch für Kinder unter drei Jahren. Solchen Kinderfreunden würden Kinder vermutlich die Zunge herausstrecken, wenn sie das von Familienministerin Schmidt "ganz persönlich" befürwortete Kinderwahlrecht bekämen.