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Glosse Politik Rentensozialist

 ·  D.D. Als Hugo Chávez 1999 in freien und geheimen Wahlen zum ersten Mal zum Präsidenten Venezuelas gewählt wurde, konnte niemand vorhersehen, welche Entwicklung das Land nehmen würde - nicht einmal der vom Putschisten zur Hoffnung der Armen aufgestiegene Chávez selbst.

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D.D. Als Hugo Chávez 1999 in freien und geheimen Wahlen zum ersten Mal zum Präsidenten Venezuelas gewählt wurde, konnte niemand vorhersehen, welche Entwicklung das Land nehmen würde - nicht einmal der vom Putschisten zur Hoffnung der Armen aufgestiegene Chávez selbst. Denn für das venezolanische Öl wurde ein Bruchteil des Preises bezahlt, der heute erlöst wird. Acht Jahre und zwei weitere Wahlen später hat Chávez nahezu viele im In- wie im Ausland das Fürchten gelehrt. Dank der enormen Erlöse aus dem Erdölexport übernimmt er mittlerweile Zug um Zug die Kontrolle über nahezu alle Sektoren der Wirtschaft, hält er zugleich seine Wähler mit üppigen staatlichen Leistungen bei Laune; er bändelt nach dem Motto "Die Feinde meines Feindes sind meine Freunde" mit jedem Gegner der Vereinigten Staaten an und muss doch nicht damit rechnen, dass ihm die Zügel so bald entgleiten. Mag die Kriminalität im Land dramatisch steigen, die Inflation zunehmen, die Infrastruktur verfallen und die Produktivität sinken: Solange der Ölpreis hoch bleibt, wird Chávez' "Modell" sich rechnen. Denn sein "Sozialismus des XXI. Jahrhunderts" ist nichts anderes als der traditionelle Rentenkapitalismus in neuem Gewand.

Quelle: F.A.Z., 07.05.2007, Nr. 105 / Seite 10
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