K.F. Die Warnung des FDP-Vorsitzenden, ein Abzug der deutschen Truppen (und der Soldaten anderer Nato-Verbündeter) aus Afghanistan überließe das Land den Taliban, ist berechtigt. Noch einmal sollte die Welt nicht Zeuge eines in der Folge massenmörderischen Experiments islamistischer Herrschaft werden. Sie muss aufbringen, was heute "strategische Geduld" genannt wird. Und deshalb steckt in der Warnung vor einem übereilten Abzug neben der Kritik an der bisher erreichten Stabilisierung und an der Unzulänglichkeit der geleisteten Hilfe auch ein Appell: Die in Afghanistan engagierten Staaten müssen den zivilen Aufbau und die militärische Sicherung besser koordinieren. Für Deutschland bedeutet das, die Ausbildung von Polizei und Militär auf eine ganz andere finanzielle, personelle und materielle Grundlage zu stellen als bisher - sie war noch schlicht ungenügend. Im Grund ist der Zusammenhang eindeutig: Wenn die afghanischen Sicherheitskräfte in der Lage sind, zu tun, was sie sollen, dann hat sich die Aufgabe auch der Bundeswehr erledigt. Natürlich kann niemand eine Prognose abgeben, wann das sein wird. Aber eine Verringerung des deutschen Einsatzes führt jedenfalls nicht zum Ziel.
Praesenz und Legitimation
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 07.08.2007, 19:00 Uhr