Home
http://www.faz.net/-gpf-v9gb
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Mittwoch, 15. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Glosse Politik Online first

26.07.2007 ·  kum. Mit großem Geschick bedienen sich die afghanischen Taliban und ihre Helfer bei der Manipulation von Nachrichten der vermeintlich größten Stärke des Internets: seiner Schnelligkeit. In keinem Medium können Nachrichten schneller plaziert werden als im weltweiten Netz.

Artikel Lesermeinungen (0)

kum. Mit großem Geschick bedienen sich die afghanischen Taliban und ihre Helfer bei der Manipulation von Nachrichten der vermeintlich größten Stärke des Internets: seiner Schnelligkeit. In keinem Medium können Nachrichten schneller plaziert werden als im weltweiten Netz. Das entpuppt sich nun in vielen Fällen als seine größte Schwäche. Andere Medien haben gewissermaßen eingebaute Filter, die Falschmeldungen zurückhalten und die belanglose Spreu vom wichtigen Weizen trennen. Ein natürlicher Filter ist die Zeit - eine Nachricht sollte so lange auf ihre Veröffentlichung warten müssen, bis sie hart ist, also geprüft werden konnte. Im Netz hingegen überbieten die Nachrichtenportale die Schnelligkeit der Konkurrenz durch noch größere Schnelligkeit. Das wird im Web 2.0 so weit getrieben, dass sich die Enten sozusagen im Nichts des virtuellen Boulevards auflösen: Die falsche Meldung von eben ist im Nu durch eine neue ersetzt, und sei es durch eine blitzschnelle Falschmeldung, und so weiter - bis die Korrektur der Korrektur der Korrektur endlich den tatsächlichen Stand der Dinge beschreibt. Das kann ganz schön lange dauern. Der Fortschritt ist eine Schnecke.

Quelle: F.A.Z., 27.07.2007, Nr. 172 / Seite 12
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Wider den Billigprofessor

Von Heike Schmoll

Das Bundesverfassungsgericht stärkt die finanziellen Ansprüche von Professoren. Es ist gut, dass wenigstens die Karlsruher Richter eine deutsche Hochschule noch von innen kennen. Mehr

Umfrage

Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.