rve. Der politische Aufstieg des russischen Präsidenten Putin hat mit dem Krieg in Tschetschenien begonnen - den rasanten Anstieg seiner Popularität im Sommer 1999 verdankte er seiner Ankündigung, er werde nach den Terroranschlägen auf Wohnhäuser in Moskau in der Kaukasusrepublik gnadenlos für Ordnung sorgen. Der nun angeordnete Truppenrückzug zum Ende von Putins zweiter Amtszeit 2008 schließt den Kreis, löst aber Rußlands Probleme im Nordkaukasus nicht: In zwei Nachbarrepubliken Tschetscheniens, in Inguschetien und Dagestan, führten islamistische Kämpfer diese Woche mit Anschlägen auf hochrangige Vertreter der Staatsmacht wieder vor, daß die ganze Region der Kontrolle des Kreml entgleitet. Daran ändern auch Erfolge wie die Tötung des Terroristen Bassajew nur wenig. Das unüberschaubare Gewirr von ethnischen, religiösen, sozialen und wirtschaftlichen Konfliktlinien im Nordkaukasus ist heute für Rußland vermutlich noch gefährlicher und noch schwerer kontrollierbar als vor sieben Jahren. Dafür kann man nicht nur dem Kreml die Schuld geben, aber er hat durch sein Vorgehen in Tschetschenien dazu beigetragen.