P.K. Alle reden vom Klimawandel, nur China nicht. Trotz grüner Lippenbekenntnisse beim Volkskongress, trotz der Appelle zur nachhaltigen Entwicklung bleibt die chinesische Führung letztlich doch bei ihrer Politik, nach der das wirtschaftliche Wachstum Vorrang vor dem Umweltschutz hat. Chinas Ministerpräsident, der sich gern als Freund der Umwelt darstellt, fand beim Volkskongress kein Wort zur Änderung des Erdklimas, obwohl die Volksrepublik mittlerweile schon der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen ist und obwohl die Volksrepublik selbst von den Folgen des globalen Klimawandels schwer betroffen sein wird. Eine Begrenzung der Emissionen lehnt Peking kategorisch ab, sie könnte die wirtschaftliche Entwicklung Chinas bremsen. Die Verantwortung für den Klimaschutz wird noch immer allein auf die Industriestaaten geschoben. Lediglich zur Verbesserung der Energieeffizienz fühlt sich Peking verpflichtet. Doch selbst dieses vorsichtige Ziel wurde im vergangenen Jahr verfehlt. Die chinesische Zentralregierung ist nicht in der Lage, auch nur bescheidene Umweltauflagen durchzusetzen. Darunter leidet nicht nur China, sondern auch das Erdklima.