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Glosse Politik Klarstellung

02.08.2006 ·  wgl. Lange hatte man geglaubt, der verbale Radikalismus des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadineschad sei so etwas wie eine persönliche Marotte. Bisweilen war sogar zu hören gewesen, der Mann habe eben einen - um es höflich ...

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wgl. Lange hatte man geglaubt, der verbale Radikalismus des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadineschad sei so etwas wie eine persönliche Marotte. Bisweilen war sogar zu hören gewesen, der Mann habe eben einen - um es höflich auszudrücken - etwas bizarren, unberechenbaren Charakter, so daß man seine Vernichtungsphantasien in bezug auf Israel nicht ganz so ernst nehmen dürfe, wie sie klängen. Nun fand Revolutionsführer Ajatollah Chamenei Worte, die solchen Beschwichtigungen den Boden entziehen: Öffentlich bekannte er, sein Land werde die Hizbullah im Libanon, die sich die Beseitigung Israels zum Ziel gesetzt hat, weiterhin in ihrem Kampf unterstützen. Damit ist klar, daß Ahmadineschads Drohungen gegen den jüdischen Staat keine Ausrutscher waren. Chamenei hat auch dem "großen Satan", sprich: Amerika, mit einem "vernichtenden Schlag" gedroht. Nach Jahren eines gewissen "Tauwetters" unter dem Präsidenten Chatami ist die Islamische Republik Iran zu ihrer Gründerzeit zurückgekehrt, wenigstens ideologisch. Ihr Schöpfer Ajatollah Ruhollah Chomeini ließ keinen Zweifel daran, daß die Beseitigung Israels zu den Pfeilern der neuen Ordnung in Iran gehöre.

Quelle: F.A.Z., 03.08.2006, Nr. 178 / Seite 8
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