ba. Eine Gewähr für eine gedeihliche, immer friedfertigere und rechtsstaatlichere Zukunft des Iraks ist die staunenswert hohe Wahlbeteiligung noch nicht. Die Konfliktpotentiale können durchaus noch explodieren, wenn das gewählte Parlament beginnen muß, Entscheidungen zu treffen. Aber mehr als ein bloßes Hoffnungszeichen ist diese breite Teilnahme bei geringer Störung durch Gewaltakte schon. Eine große Mehrheit hat sich dafür entschieden, es mit Demokratie zu versuchen, obwohl diese nicht selbst errungen, sondern durch eine Invasion importiert war. Doch bei allem noch fortdauernden Einfluß der Besatzungsmacht sind die aus dieser Wahl hervorgehenden Organe solche der Selbstbestimmung und kaum noch wie die Übergangsorgane als Okkupantenmarionetten zu disqualifizieren. Dies dürfte die Scheidung der heterogenen "Widerstandskräfte" von den Terroristen beschleunigen. Viele von jenen, die defensiv rebellierten, aus verletztem Stolz oder Interessenschädigung, könnten eventuell nun für den neuen politischen Prozeß gewonnen werden. Resistent bleiben die terroristischen Vorkämpfer einer neuen Weltherrschaftsideologie.