Nm. Undurchsichtig wie die Machtverhältnisse im Libanon sind auch die politischen Bezüge, an denen sich die unterschiedlichen Gruppen orientieren. Fatah-al-Islam, deren Kampf mit der libanesischen Armee in Tripoli jetzt wieder das Schreckgespenst eines innerlibanesischen Bürgerkriegs aufleben lässt, rekrutierte sich ursprünglich aus den Lagern, in denen mehr als 300000 Palästinenser ihr Leben fristen. Unklar ist, wie sich über die Zeit ihr Verhältnis zum syrischen Regime entwickelt hat; ebenso unklar ist, ob es nicht instrumentelle Förderbeziehungen zu den libanesischen Sunniten gibt, welche die Gruppe als Gegengewicht zur schiitischen Hizbullah nutzen. Eindeutig scheint nur zu sein, dass sich Fatah-al-Islam dem Terrornetz Al Qaida genähert hat, was nicht zuletzt durch die Präsenz ausländischer Dschihadisten bestätigt wird. Damit zeichnet sich eine bedrohliche Entwicklung ab, die über den Libanon hinausweist: das Aufwachsen einer von den politischen Führungen der Hamas und der Fatah nicht zu kontrollierenden Terrororganisation in den palästinensischen Gebieten. Da Zweckallianzen von Terroristen nie auszuschließen sind, könnte Israel damit vor neuen Herausforderungen stehen.