29.12.2005 · wgl. Am Mittwoch abend wurden die Zuschauer des Zweiten Deutschen Fernsehens Zeugen einer gespenstisch anmutenden Szene: Die zu einem Interview eingespielte, ganz in Schwarz verhüllte und auf den ersten Blick leicht mit einer arabischen ...
wgl. Am Mittwoch abend wurden die Zuschauer des Zweiten Deutschen Fernsehens Zeugen einer gespenstisch anmutenden Szene: Die zu einem Interview eingespielte, ganz in Schwarz verhüllte und auf den ersten Blick leicht mit einer arabischen Hamas-"Aktivistin" zu verwechselnde Frau war in Wirklichkeit die Deutsche Susanne Osthoff. Im deutschen Fernsehen trat sie in einer Kleidung auf, die sie noch nicht einmal im Gespräch mit dem arabischen Sender Al Dschazira nach ihrer Freilassung getragen hatte. Dort zeigte sie ihr Gesicht. Die ZDF-Moderatorin, gewiß Anhängerin der Gleichberechtigung der Geschlechter und auch sonst nicht gerade auf den (kritischen) Mund gefallen, unterließ die Frage, warum Frau Osthoff in dieser Fundamentalisten-Montur im deutschen Fernsehen erscheine; jedenfalls erfuhr man es nicht. Man erfuhr aber auch verschiedenes andere nicht: So gab Frau Osthoff Sätze von sich, die befremdend, wirr und zusammenhanglos wirkten, ohne eine Erläuterung unverständlich blieben. Die Moderatorin unterließ es aber, mit Fragen nachzuhaken. Ist Frau Osthoff durch ihr Erlebnis so traumatisiert, daß man bewußt Rücksicht nahm? Manche äußern jetzt schon, verstört, den Verdacht, der Fall sei von der Betroffenen vielleicht selbst inszeniert worden.