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Glosse Politik Fremd

 ·  Nm. Es war offenbar das größte gemeinsame Interesse von Bundeskanzlerin Merkel und Ministerpräsident Erdogan, die Spannungen, die zwischen der EU und der Türkei entstanden sind, bei ihrem Treffen in Ankara nicht zu verschärfen.

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Nm. Es war offenbar das größte gemeinsame Interesse von Bundeskanzlerin Merkel und Ministerpräsident Erdogan, die Spannungen, die zwischen der EU und der Türkei entstanden sind, bei ihrem Treffen in Ankara nicht zu verschärfen. So freundlich wie unverbindlich sprach Erdogan davon, Deutschland möge in der Zeit seiner EU-Präsidentschaft den Beitrittsprozeß der Türkei fördern - wohl wissend, daß Frau Merkel einer türkischen EU-Mitgliedschaft skeptisch gegenübersteht. Ebenso freundlich und unverbindlich klangen die Worte der Kanzlerin über die Integration der in Deutschland lebenden Türken. Falls Probleme offen angesprochen worden sind, so geschah dies hinter verschlossenen Türen - was dabei herausdrang, etwa zu der heiklen Zypern-Frage, hörte sich nicht so an, als ob es eine Annäherung gegeben habe. Man kann das verstehen: Wer gießt schon gern Öl in ein Feuer? Doch es zeigt sich immer mehr, daß es die Türkei überfordert, sich europäischen Normen anzugleichen. Auf der anderen Seite sind konstitutive Merkmale der türkischen Kultur und deren Auswirkungen auf die Politik den Europäern zutiefst fremd. Man wird das nicht noch jahrelang beschweigen können.

Quelle: F.A.Z., 06.10.2006, Nr. 232 / Seite 10
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