Nm. Die iranische Diplomatie hat sich zu Beginn der Gespräche über das Nuklearprogramm des Landes darauf verlassen, dass sich ihre Gesprächspartner - die fünf UN-Vetomächte plus Deutschland - nicht auf Sanktionen einigen können würden. Diese Erwartung hat schon mehrfach getrogen. Obwohl die vom Sicherheitsrat verhängten Sanktionen auf Einwirkung Russlands und Chinas vergleichsweise zahm ausfielen, war schon die gewahrte Einigkeit ein wichtiges Signal, auch wenn es nicht gereicht hat, Iran zu substantiellen Verhandlungen zu bewegen. Nun scheint Russland auf bilateralem Wege die Schrauben anziehen zu wollen - anders ist die Mitteilung, es werde keinen Brennstoff mehr für den Reaktor in Buscher liefern, kaum zu verstehen. Anfangs wurde als Grund dafür noch mangelnde Zahlungsmoral der Iraner angeführt. Doch nun hat Russland, wenn einschlägige Zeitungsberichte stimmen, eine direkte Verbindung zum iranischen Anreicherungsprogramm gezogen. Gleichgültig, welche Interessen hinter dieser Moskauer Demarche stehen mögen, ob strategische oder kommerzielle: Spätestens dieser Schritt sollte den Mullahs und ihrem Lautsprecher Ahmadineschad endlich deutlich machen, dass sie sich verrechnet haben.