kum. Für die Sozialdemokraten geht in Skandinavien offenbar endgültig eine Ära zu Ende. Nach Dänemark und Schweden erlebt nun auch Finnland die Demontage der einst staatstragenden Partei. Hier war sie allerdings nie so dominierend wie dort, weshalb ihr Abstieg bei der Wahl am Sonntag nicht so sehr ins Auge fällt wie der Aufstieg der Konservativen. Letztere hatten im Wahlkampf den Vorteil der einzigen wichtigen Oppositionspartei und profitierten von einer Steuersenkungsdebatte in einem Staat, in dem Haushaltsüberschüsse seit Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Der eigentliche Wahlsieger heißt deshalb nicht Matti Vanhanen, sondern Sauli Niinistö, der ehemalige Vorsitzende der Konservativen, der in Uusimaa, dem Umland Helsinkis, eine grandiose Rückkehr ins Parlament feierte. Der Zugewinn für die Konservativen geht vor allem auf sein Konto. Ministerpräsident Vanhanen und sein ländlich geprägtes Zentrum werden sich entscheiden müssen, ob sie sich mit den Konservativen einen strahlenden Konkurrenten in die Regierung holen oder ihren alten Partner, die angeschlagenen Sozialdemokraten. Die hätten nicht nur in Finnland einen Jungbrunnen nötig.