Das Beste, was sich derzeit über den Versuch der französischen Hilfsorganisation "Zoés Arche", Waisenkinder aus Tschad illegal nach Frankreich zu bringen, sagen lässt, ist, dass da - vermutlich - gute Absichten Pate standen. Ansonsten stellt sich das gesamte Unternehmen als Desaster dar: Der tschadische Präsident Déby, alles andere als ein lupenreiner Demokrat, schwadroniert über Kinderhandel und ein Pädophilennetz; die Nichtregierungsorganisationen, die den Flüchtlingen aus Darfur in Tschad helfen und dem Diktator ohnehin ein Dorn im Auge sind, werden in Misskredit gebracht; die siebzehn Helfer sitzen im Gefängnis und könnten zum Tauschobjekt in diplomatischen Traktationen werden - Gaddafi lässt grüßen. Da wurden nationale Gesetze gebrochen und internationale Regeln verletzt; die vermeintlichen Helfer kannten die komplizierten regionalen Verhältnisse nicht; und ob die mehr als hundert Kinder, die in französischen Familien (die dafür bezahlt hatten) untergebracht werden sollten, tatsächlich Waisen sind, ist auch nicht klar.
Offenbar war eine besonders spektakuläre Aktion geplant, weil "Zoés Arche" eine junge, weitgehend unbekannte Organisation ist, die sich in der Konkurrenz mit anderen Helfern profilieren wollte. Zu den rätselhaften Umständen dieses Falls gehört, dass die französische Diplomatie über die Angelegenheit seit Monaten Bescheid wusste und französisches Militär den Leuten von "Zoés Arche" Hilfe leistete - vielleicht auch deshalb, weil sich offizielle Stellen wie nach der Befreiung der bulgarischen Krankenschwestern aus Libyen gerne mit einem neuen humanitären Coup gebrüstet hätten. Der Misserfolg hat jetzt weder Väter noch Mütter. Nm.