jom. Solange nicht geklärt ist, ob das verendete Geflügel in Rumänien und in der Türkei tatsächlich von dem ansteckenden Influenzavirus H5N1 dahingerafft wurde, werden die Fachleute die Epidemie weiter als asiatische Tierseuche behandeln. Das ist kein Abwiegeln, sondern die begründete Furcht vor Hysterie. Die Mediziner verfolgen freilich eine Seuche, die sukzessive außer Kontrolle zu geraten droht. Weniger was die Infektiosität für den Menschen angeht: Die ist unverändert nur für jene gegeben, die engen Kontakt mit infiziertem Geflügel haben. Aber die Ausbreitung der Viren unter Vögeln birgt ein wachsendes, ein unkalkulierbares Risiko. Mit jedem weiteren Ausbruch vergrößert sich statistisch das Potential, daß der Erreger jene genetischen Veränderungen durchmacht, die aus der Vogelgrippe einen Pandemievirus machen. Bisher ist der Befall von Vögeln außer in Ostasien nur in Kasachstan und Sibirien nachgewiesen. Sollte sich aber insbesondere der Verdacht in der Türkei bestätigen, ist das die Stunde der Eilverordnungen. Nicht wegen der Zugvögel, die fliegen im Herbst selten nach Norden. Viel eher gehen die Infektionspfade heute mit den Touristen- und Warenströmen. Das haben auch die Sars-Viren gezeigt.