wgl. Es gibt noch immer Leute, die den "Zusammenprall der Kulturen" für die Erfindung eines unwissenden Politologen halten. Doch die jüngsten wütenden Proteste von Hamas-Anhängern in Gaza und andernorts gegen Mohammed-Karikaturen in skandinavischen Zeitungen machen deutlich, wie groß die Unterschiede zwischen einer arabisch-muslimischen und einer europäischen Gesellschaft sind. In einem Land wie Dänemark, wo der erste "Streitfall" auftrat, herrscht künstlerische Freiheit, in die sich weder Staat noch Politik einmischen. Allenfalls der Geschmack, über den sich freilich streiten läßt, kann eine Grenze ziehen. Religionskritik, auch satirische, ist so normal wie die Kritik an anderen Sachverhalten. In vielen wenig säkularisierten Gesellschaften des Nahen Ostens versteht man das nicht und empfindet Darstellungen des Propheten als Beleidigung, obzwar auch islamische Künstler in der Vergangenheit den Propheten in Miniaturen dargestellt haben. Die Sache ist so weit eskaliert, daß die Regierungen in Kopenhagen, Oslo und Stockholm ihre Bürger vor Reisen nach Saudi-Arabien oder Pakistan gewarnt haben. Europa wird seine freiheitlichen Prinzipien aber nicht aufgeben.
Dänische Freiheit - Islamische Freiheit
Reza Pazirandeh (RezaShah)
- 30.01.2006, 18:52 Uhr